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Kevelaer​: Polizei sucht mit Fotos nach Brandstifter​

Feuer bei einer Autowerkstatt in Kevelaer : Polizei fahndet mit Fotos nach Brandstifter

Das große Feuer bei einer Autowerkstatt im Februar wurde durch Brandstiftung verursacht. Mit Bildern einer Überwachungskamera sucht die Polizei nun nach einem Tatverdächtigen, der wohl gezielt mit einem Motorrad die Werkstatt angesteuert und dort die Autos mit Stofftüchern in Brand gesteckt hat.

Nach einer Brandstiftung auf dem Gelände einer Autowerkstatt auf dem Gewerbering am 21. Februar in den frühen Morgenstunden gegen vier Uhr wendet sich die Polizei nun an die Öffentlichkeit. Videos einer Überwachungskamera in der Nähe des Tatorts zeigen eine Person, die als dringend tatverdächtig gilt. Die Person war mit einer stark wattierten Jacke mit einem langen, senkrechten Reflektorstreifen vorne bekleidet, lautet die Beschreibung. Bei sich hatte der Täter einen Rucksack, der ebenfalls über einen senkrechten Reflektorstreifen verfügte.

 Videos einer Überwachungskamera in der Nähe des Tatorts zeigen eine Person, die als dringend tatverdächtig gilt.
Videos einer Überwachungskamera in der Nähe des Tatorts zeigen eine Person, die als dringend tatverdächtig gilt. Foto: Polizei

Die Person nutzte unter anderem ein motorisiertes Zweirad, das auch auf den Bildern zu erkennen ist. Das besondere Merkmal ist der geteilte Scheinwerfer. Die Blinker sind in den Lenker integriert, jeweils innen neben den Handgriffen.

Um die Fahrzeuge auf dem Gelände in Brand zu setzen, wurden unter anderem ein Bettbezug und weitere Textilien benutzt. Die Polizei veröffentlicht auch die Bilder der Stoffstücke. Die Tat ist mittlerweile drei Monate her. Aber bevor mit Bildern eine Öffentlichkeitsfahndung gestartet werden kann, muss erst die Staatsanwaltschaft ihr Ok geben, unter anderem weil es um das Persönlichkeitsrecht geht, auch wenn es sich um den Täter handeln sollte. Mit den veröffentlichten Bildern hofft die Polizei auf neue Hinweise aus der Bevölkerung. Das hofft auch Andreas Raulf. Es war seine Werkstatt am Gewerbering, an der mehrere Autos in Flammen aufgingen. Insgesamt mussten elf Fahrzeuge verschrottet werden. Bei manchen habe sich erst im Nachhinein herausgestellt, dass sie durch den Brand in Mitleidenschaft gezogen wurden.

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Am Morgen des 21. Februars löschte die Feuerwehr fünf Fahrzeuge. Laut Polizei ist das Feuer zunächst von einem Smart ausgegangen. Die weiteren Fahrzeuge waren ein Mercedes, ein Volvo, ein Skoda und ein VW Käfer. Mit bis zu 110 Einsatzkräften war die Feuerwehr vor Ort. Sicher ein Einsatz, den sie so schnell nicht vergessen werden. Es war das Sturmwochenende. Von Donnerstagmorgen an waren die Feuerwehrleute unermüdlich im Einsatz.

Andreas Raulf ist froh, dass die Fahndung nach dem Brandstifter noch einmal Fahrt aufnimmt. Er bedankt sich bei den anderen Gewerbetreibenden, die mitgeholfen haben und ihre Kameras ausgewertet haben. Auch auf seiner Kamera bei seinem Autohaus in der Nähe der Werkstatt habe er den Täter im Bild. Er sei da vorbeigefahren. Raulf spricht von großem Glück, trotz allem. Das Feuer ist früh genug entdeckt worden. Früh genug, dass es nicht auch noch das Werkstattgebäude erwischt. Außerdem leben in nicht allzu weiter Entfernung Familien mit Kindern. „Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die Feuerwehr eine Viertelstunde später eingetroffen wäre“, sagte Raulf kurz nach dem Brand im Februar. „Später wäre es ein Inferno gewesen.“

Der normale Alltag sei wieder da. Das müsse auch so sein. „Zumal es ja um Existenzen geht. Nicht nur um meine, sondern auch um die meiner Mitarbeiter. Da hängen Familien dran“, sagt er. Aber dennoch: Die Brandspuren sind noch zu sehen. Zum Beispiel am Zaun. Da schaue er jeden Morgen drauf. „Es ist belastend.“ Er hofft sehr, dass der Täter gefasst wird. „Ich würde gerne einen Strich drunter machen.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Polizei fahndet mit Fotos nach Brandstifter