Kevelaer: Plastikdeckel sammeln gegen Polio

Kevelaer : Plastikdeckel gegen Polio

Müll, mit dem man Gutes tun kann – das geht. Denn wer 500 Plastikdeckel sammelt, kann damit eine Impfung gegen Kinderlähmung finanzieren.

Michael Zeiger sammelt Plastikdeckel. Und das für einen guten Zweck. Der 41-Jährige ist Botschafter einer gemeinnützigen Aktion in der Region um Kevelaer. Denn mit 500 Plastikdeckeln kann eine Impfung gegen Kinderlähmung finanziert werden. „Man leistet dafür nicht nur einen Beitrag zur Umwelt, sondern rettet damit Menschenleben“, sagt Zeiger.

 Ausgedacht hat sich das Konzept der Verein „Deckel drauf“, den es bundesweit seit 2014 gibt. Der Verein unterstützt das von Rotary International mitbegründete Projekt „PolioPlus“, das die Kinderlähmung ausrotten will. Die Deckel von Flaschen und Getränkekartons bestehen meist aus hochwertigen Kunststoffen. Und obwohl diese oft recycelbar sind, landen sie meistens im Müll. Der Verein hat sich dafür eine Lösung überlegt. Wenn die Kunststoffdeckel gesammelt und zu Abgabestellen gebracht werden, können sie zu einer Recycling-Fabrik gebracht werden. Was einst der Deckel eines Milchkartons war, kann so zum Beispiel zu einem Gartengerät, Rohr oder anderem Kunststoffteil werden. Anschließend wird das recycelte Kunststoffmaterial verkauft und der Erlös geht aktuell zu 100 Prozent an die weltweite Kampagne „End Polio Now“.

 Wer also 500 Deckel sammelt, finanziert damit einem Kind eine Impfung gegen Kinderlähmung, kurz Polio. „Unser Ziel ist es, dass jedes Kind weltweit eines Tages gegen Polio geimpft ist – und so niemand mehr an der Krankheit sterben muss“, sagt Zeiger.

Die sogenannte Poliomyelitis wird durch Polioviren ausgelöst und ist vor allem unter dem Begriff Kinderlähmung bekannt. Die Infektion führt zu Lähmungen und schlimmstenfalls zum Tode. Eine Heilung gibt es bisher nicht – ausschließlich die Impfung kann dazu beitragen, dass Polio weltweit ausgerottet wird. In Deutschland ist das bereits der Fall. Lediglich in Afghanistan, Pakistan und Nigeria tritt Polio noch auf. Mithilfe der Aktion „Deckel gegen Polio“ sollen auch diese Länder die Krankheit ausmerzen.

 Zeiger sieht seine Mithilfe vor allem als einen Verdienst am Allgemeinwohl: „Da ich selber wegen meiner ganzen Medikamente kein Blut spenden darf, finde ich das mit den Plastikdeckeln eine sinnvolle Alternative.“ Zeiger hat eine geistige Beeinträchtigung und Schmerzerkrankung. Er will die Sammelaktion in ganz Kevelaer bekannter machen und ruft zu weiterer Mithilfe auf: „Es kann jeder mitmachen: Privatpersonen, Vereine, Ortschaften, Pfarrgemeinden, Sportgruppen, Einzelhandelsgeschäfte, Getränkemärkte und viele mehr.“

Mehr von RP ONLINE