Kevelaer: Pfarrerin Karin Dembek feierte ihr 20-jähriges Dienstjubiläum.

Pfarrerin aus Kevelaer: "Niemand soll sich alleine fühlen"

Sie ist aus der Evangelischen Kirchengemeinde nicht mehr wegzudenken, war Superintendentin und bezeichnet sich selbst scherzhaft als "Aprilscherz": Karin Dembek feierte in Kevelaer ihr 20-jähriges Dienstjubiläum.

"Karin Dembek 20 Jahre hier, dazu gratulieren wir von Herzen dir!" sangen die zahlreichen Gratulanten im Gemeindesaal am Sonntag nach dem Ostergottesdienst. Denn die Pfarrerin, die von 2003 bis 2009 zusätzlich Superintendentin des Kirchenkreises Kleve war, wurde mit einer kleinen Feier überrascht. "Ich hatte das gar nicht erwartet und bin ganz überwältigt. Vielen Dank dafür", erklärte sie freudig.

Pascal Janssen, der stellvertretende Vorsitzende des Presbyteriums, dankte ihr in einer Rede: "Du wendest dich ganz unterschiedlichen Menschen und Personengruppen zu. Jeder, der ein Anliegen hat, ruft zuerst bei dir an oder steht vor deiner Tür. Morgens noch im sehr lebhaften Religionsunterricht in der Grundschule. Anschließend zum Beerdigungsgespräch zurück nach Kevelaer. Abends vertrittst du die Kirchengemeinde im Jugendhilfeausschuss der Stadt. Zwischendurch ein paar Stunden Büroarbeit, denn aus irgendeinem Grund bereitet sich der nächste Gottesdienst nicht von alleine vor."

Doch was denkt Karin Dembek selbst über ihre Arbeit in Kevelaer? "Hier sind die Evangelischen, die sagen: Uns gibt es auch! Unsere Aufgabe ist es deshalb, dem Evangelischen Profil zu verleihen", so Dembek, die auch seit dem Monat ihres Antritts in der Marienstadt das Presbyterium leitet. Über ihre Zeit vor Ort verriet sie noch, "dass 2009 ein Neustart für mich war. Nachdem ich während meiner Zeit als Superintendentin zu 75 Prozent entlastet wurde, bin ich da wieder voll eingestiegen." Die Stadt selber findet sie "einfach schön. Hier ist man traditionsbewusst und hier lebe ich gerne".

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Was liegt ihr am meisten am Herzen als Pfarrerin? "Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen habe ich sehr gerne. Denn man muss die Gemeinde immer aufbauen, und es ist wichtig, ihnen den Glauben nahezubringen." Über sich selbst sagte sie: "Ich bin ein zufriedener Mensch und es geht immer weiter. Wenn einmal etwas nicht klappt, zeigt Gott mir einen anderen Weg." Aber wenn sie ihrem früheren Ich etwas erklären könnte, was wäre es? "Wie viel gerade im Bereich der Verwaltung erledigt werden muss. Glücklicherweise gab es immer Menschen, die mir halfen."

Sie selbst sei ja ein "ziemlicher Aprilscherz, aber das hat mir auch Glück gebracht", meinte Karin Dembek mit einem Lächeln. "Ich habe mein Vikariat am 1. April 1992 begonnen, mein Probedienst startete am 1. April 1995 und seit dem 1. April 1998 bin ich im Pfarrdienst."

Gibt es etwas, dass sie für die Zukunft plant? "Wir wollen die Zusammenarbeit zwischen Kevelaer und Geldern noch weiter ausbauen. Ganz wichtig ist mir auch, dass wir hier vor Ort den Blick mehr auf den Mittelbau richten, die 30- bis 60-jährigen Gemeindemitglieder. Die, die für ihre Kinder, Konfirmationen und Ähnliches in die Kirche kommen. Wir müssen Konzepte ändern und Projekte starten, um diese Altersgruppe wieder mehr anzusprechen, denn niemand soll sich in unserer Gemeinde alleine fühlen."

(cnk)
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