Kevelaer: Kinderarzt Wilhelm Stassen liegt trotz Ruhestand das Wohl der Kinder am Herzen

Kevelaer : Doktor Stassen bleibt den Kindern treu

Der Kevelaerer Kinderarzt hat seine Praxis an der Antoniusstraße Ende des vergangenen Jahres an Gabriele Lommen übergeben. Doch ganz zur Ruhe setzen will sich der 66-Jährige nicht. Er bleibt Vorsitzender der Aktion St. Nicolaus.

Wilhelm Stassen hat jetzt Zeit. Zeit, Renovierungsarbeiten am Haus vorzunehmen. Zeit, um seinen Hobbys nachzugehen. Denn zum Ende des vergangenen Jahres hat der ehemalige Kinderarzt seine Praxis an der Antoniusstraße an Gabriele Lommen übergeben.

Ganz zur Ruhe will sich der 66-Jährige aber noch nicht setzen. Dafür ist er zu sehr Arzt durch und durch. Er bleibt Vorsitzender der Aktion St. Nicolaus. Gemeinsam mit der Lebenshilfe Gelderland fungiert sie als Gesellschafter der Frühförderstelle in Kevelaer. So werden Kinder mit Entwicklungsstörungen begleitet. „Da bleibe ich den Kindern gerne treu”, sagt Stassen. „Ihnen wird zum Beispiel eine Hippotherapie ermöglicht.” Ziele des therapeutischen Reitens seien unter anderem die Förderung des selektiven Bewegens in der Lendenwirbelsäule, Lockerung überlasteter Muskulatur und eine bessere Durchblutung. „Damit versuchen wir den Kindern zu helfen”, sagt er.

Es ist verständlich, dass Stassen nicht von heute auf morgen loslassen kann. Schließlich blickt er auf eine lange und bewegte medizinische Laufbahn zurück. 27 Jahre lang war er als Kinderarzt in Kevelaer tätig, seit 1996 betrieb er seine eigene Praxis. Nach dem Abitur machte er zunächst eine Ausbildung zum Krankenpfleger in Düsseldorf, ehe er in Bochum und Essen Medizin studierte. Mehr und mehr fand er Gefallen an der Arbeit mit Kindern, sodass er während der Zeit als Assistenzarzt auch eine Ausbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde absolvierte.

„Während einer so langen Zeit lernt man viele Kinder kennen und sieht, wie sie großwerden. Später kamen sie teilweise dann mit ihren eigenen Kindern zu mir. Da entsteht dann schon eine starke Bindung”, sagt Stassen. Daher freut er sich auch, dass sich seine ehemaligen Patienten nicht nach einem neuen Arzt umgucken müssen: „Es ist schön, dass ich mit Frau Lommen eine gute Nachfolgerin gefunden habe und der Übergang geklappt hat.”

Die Arbeit mit den Kindern wird Stassen in Zukunft fehlen, der bürokratische Aufwand allerdings weniger. „Die frisst schon viel Zeit im Praxisalltag”, gesteht er. Das erschwere die Arbeit zusehends und raube auch Kraft. Seine Energie will der Arzt nun in seine Freizeitaktivitäten investieren. Neben dem Radfahren und dem Malen zählt die Musik zu seinen größten Leidenschaften, er spielt in einer Band. „Und natürlich möchte ich in Zukunft auch wieder mehr Zeit mit meiner Familie verbringen”, sagt Stassen. Zeit, die er jetzt hat.

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