240 Teilnehmer unterstützen Kampf gegen den Krebs Emotionale Momente bei Big Challenge in Winnekendonk

Winnekendonk/Sonsbeck · 240 Teilnehmer gingen für den Kampf gegen den Krebs auf die Strecke rund um Winnekendonk. Mit dabei waren auch wieder Radler, die selbst erkrankt sind. Wichtig ist allen das Gefühl nicht alleine zu sein.

Hoch motiviert: Teilnehmer von Big Challenge vor dem Start. Insgesamt machten diesmal 240 mit.

Hoch motiviert: Teilnehmer von Big Challenge vor dem Start. Insgesamt machten diesmal 240 mit.

Foto: Norbert Prümen

Die Stimme von Petra Biedemann zittert. Es ist deutlich zu hören, wie sie die Eindrücke vom Wochenende immer noch tief bewegen. „Es war unheimlich emotional, da gibt es Erlebnisse, die dir ans Herz gehen. Ich habe gemerkt, wie wichtig für viele vor allem das Gefühl ist, nicht allein zu sein“, sagt die Mitorganisatorin von Big Challenge.

Bei der Aktion gehen viele Teilnehmer auf die Strecke rund um Winnekendonk. Zu Fuß, auf dem Fahrrad. Doch es geht nicht um Sport, es geht um den Kampf gegen den Krebs. Big Challenge ist auch ein deutliches Zeichen für diesen Kampf. Betroffene nehmen an dem Event teil, Angehörige, Menschen, die einen geliebten Menschen durch die Krankheit verloren haben und solche, die hier ihre Solidarität zeigen und helfen wollen. Das geht vor allem den Menschen nahe, die tagtäglich diesen Kampf mit dem Krebs führen.

Petra Biedemann erzählt von einer Teilnehmerin aus dem Sauerland. Sie hatte Bauchspeicheldrüsenkrebs, ist operiert worden und hofft jetzt, dass sie die Krankheit besiegt hat. „Sie ist mitgefahren und hat die ganze Zeit über geweint“, berichtet Petra Wiedemann. „Sie hat gesagt: Ich bin einfach so glücklich, dass ich hier sein kann und noch lebe.“ Etwa 100 Kilometer legte sie auf dem Fahrrad zurück, zwei Runden auf dem Kurs durch Winnekendonk und die Sonsbecker Schweiz. Die Frau hatte einfach das Gefühl: Ich bin nicht alleine.

Georg Biedemann aus Winnekendonk (m.) mit Jörg Leimbach und Herman Hagen, die die Veranstaltung 2024 in Hessen organisieren.

Georg Biedemann aus Winnekendonk (m.) mit Jörg Leimbach und Herman Hagen, die die Veranstaltung 2024 in Hessen organisieren.

Foto: Big Challenge

Beeindruckende Erlebnisse bei einer Veranstaltung, die mit zu den ganz großen Benefiz-Aktionen im Kampf gegen den Krebs gehört. Der Verein Big Challenge hat in den Jahren weit mehr als eine Million Euro an Spenden gesammelt. Auch diesmal sind bereits wieder 190.000 Euro zusammengekommen. Die kleine Charlotte überreichte den Scheck für die Deutsche Krebshilfe am Pastaabend vor der Veranstaltung.

Und es ist gut möglich, dass noch einiges dazukommt. Denn auch kurz vor Big Challenge meldeten sich noch 15 Teilnehmer an, die jeweils 500 Euro an Sponsorengeldern sammeln. Selbst am Veranstaltungstag stand spontan noch ein Mann mit seinem Fahrrad da und startete von Winnekendonk aus.

Insgesamt gingen schließlich 240 Teilnehmer auf den rund 42 Kilometer langen Rundkurs. Überall waren Verpflegungsstationen der Landfrauen Winnekendonk, Xanten und Labbeck eingerichtet. Die Sonbecker Landfrauen standen wieder auf dem so genannten „Schweinehügel“, auch das hat Tradition. Zudem gab es zwei Stationen in Birten am Hof von Matthaiwe und in Sonsbeck bei Marc de Vries.

Etwa 100 Teilnehmer sammelten sich schließlich noch zur traditionellen Zieleinfahrt und fuhren gemeinsam um 17 Uhr zum Abschluss von Big Challenge auf den Hof von Biedemanns. Ein beeindruckendes Bild: Jeder hatte eine Rose in der Hand, im Mund oder am Helm, um auch damit noch einmal die Solidarität zum Ausdruck zu bringen.

Die Organisation der Mammutveranstaltung ist jedes Mal eine Herausforderung für Familie Biedemann. Diesmal war ihr Hof erstmals auch der Ziel- und Startpunkt. Hier campten auch einige der Teilnehmer, die aus Bayern, Thüringen, Schleswig-Holstein oder den Niederlanden nach Winnekendonk gekommen waren. „Ohne die vielen Helfer und Sponsoren wäre das gar nicht möglich. Wir möchten uns noch einmal bei allen bedanken“, sagt Peter Biedemann.

Und wie hochkarätig Big Challenge inzwischen besetzt ist, zeigt die Tatsache, dass Experte Prof. Dr. Jakob Kather kurzfristig absagen musste. Er sollte eigentlich Gast beim Pastaabend sein. Aber Gesundheitsminister Karl Lauterbach hatte Krebsforscher Prof. Kather gebeten, mit zum G20-Gipfel zu kommen. Der Experte reiste schweren Herzens nach Indien statt nach Winnekendonk und schickte eine Videobotschaft an den Niederrhein.

Im kommenden Jahr wird Big Challenge nicht in Winnekendonk stattfinden. Dann wird erstmals in Hessen gelaufen und gefahren. Auch dort wird es beim Kampf gegen den Krebs sicher wieder emotional werden.