Kevelaer erklärt sich zum "Sicheren Hafen" für Geflüchtete

Rat unterstützt Aktion in Kevelaer : Kevelaer erklärt sich zum „Sicheren Hafen“

Rat stimmt dem Antrag der Aktion pro Humanität zu. Dr. Elke Kleuren-Schryvers freut die Entscheidung.

Im Rat hatte Dr. Elke Kleuren-Schryvers einen eindringlichen Appell für die Seenotrettung Geflüchteter an die Politiker gerichtet. Die Vorsitzende der Aktion pro Humanität (APH) hatte den Antrag eingereicht, dass Kevelaer sich zum „Sicheren Hafen“ erklärt. Damit würde sich die Kommune bereit erklären, zusätzliche Flüchtlinge über das übliche Kontingent hinweg aufzunehmen. Kevelaer biete sich mit der Consolatrix Afflictorum (Trösterin der Betrübten) besonders dafür an.

Der Rat stimmte grundsätzlich für den Antrag. Über die genaue praktische Umsetzung soll im Ausschuss diskutiert werden. Kevelaer ist nun also Sicherer Hafen.

„Das bedeutet eine klare Solidaritätserklärung mit Menschen auf der Flucht, ein deutliches Votum für die Entkriminalisierung von Seenotrettung und für eine Aufnahme von Flüchtlingen zusätzlich zur Verteilquote“, so Dr. Elke Kleuren-Schryvers. „Die Stiftung Aktion pro Humanität dankt allen Ratsmitgliedern für dieses überzeugende Zeichen unserer Stadt, die sich die Consolatrix afflictorum zur Schutzpatronin gewählt hat und damit deutlich zeigt, dass die Afflicti unserer Welt, die Ohnmächtigen, Geschundenen, Armgemachteten, die Gewaltopfer hier nicht am Wegrand liegen gelassen werden.“ Es sei beeindruckend, so Kleuren-Schryvers, mit welcher Konsequenz und Geradlinigkeit diese Entscheidung verfolgt und getroffen worden sei.

Das Projekt „Seebrücke“ wird nun bald auch Kevelaer benennen als eine weitere Stadt in Deutschland, die zum „Sicheren Hafen“ wurde. Bislang sind es 72 Städte bundesweit. „Wollen wir weiterhin Seenotrettung entbehrlich machen, dann muss nun zeitnah und kraftvoll das Engagement für die Perspektivgebung in den Heimatländern der Menschen beginnen“, so Dr. Elke Kleuren-Schryvers weiter. Für die Stiftung Aktion pro Humanität sei das der Sahelstaat Niger, aktuell das ärmste Land der Welt. „Vordringlich aber müssen die Menschen aus den Internierungslagern in Libyen durch humanitäre Rettungsflüge gemeinsam mit dem UNHCR (Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen) gerettet werden aus menschenverachtenden Lebenbedingungen.“ Die Stiftung Aktion pro Humanität habe dazu mit der befreundeten Hilfsorganisation MOAS (Seenotrettung auf dem Mittelmeer und Medikamentenhilfe im Jemen) und in Kenntnis und Abstimmung mit dem Bistum Münster einen Brief an Erzbischof Stefan Heße (Flüchtlingsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz) geschrieben.

„Hier geht es um die mögliche Installation eines Kirchenschiffes zur Seenotrettung und um mögliche humanitäre Evakuierungsflüge für die Menschen aus den Flüchtlingslagern in Libyen“, erläutert Dr. Elke Kleuren-Schryvers.

Mit Friedensaktionen zu Freimut, Toleranz, Solidarität und für mehr Frieden in der Welt sowie Video-Statements bekannter Niederrheiner versucht APH, wie berichtet, seit einigen Wochen intensiv, die Aufmerksamkeit auf die Menschen zu lenken, die aus Perspektivlosigkeit, Hunger, Armut, Terror und Krieg ihre Heimat verlassen.

Die nächste Friedensaktion findet am Sonntag, 21. Juli, beim Bildhauer Christoph Wilmsen-Wiegmann statt von 14 bis 17 Uhr im Atelier Niederheeshof an der Marienbaumer Straße 118 in Kalkar. Dazu sind alle Interessenten eingeladen.

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