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Kevelaer: Diebe stehlen Notfallkoffer für Kinder aus Rettungswagen i

„Das ist schon heftig“ : Diebe stehlen Notfallkoffer für Kinder aus Rettungswagen in Kevelaer

In Kevelaer haben Unbekannte einen Notfallkoffer für Kinder aus dem Fahrzeug gestohlen. Unglaublich ist, dass sich der Vorfall während eines Einsatzes abgespielt hat.

Selbst die Polizei spricht von einem „unglaublichen Vorfall“. Bislang unbekannte Täter haben Equipment des Rettungsdienstes aus einem Fahrzeug gestohlen. Besonders dreist: Die Diebe schlugen zu, als die Rettungssanitäter mitten im Einsatz waren. „Wir waren richtig geschockt, als wir von dem Fall erfahren haben“, sagt Polizeisprecherin Manuela Schmickler.

Die Besatzung des Rettungswagens aus Kevelaer war am Donnerstag zu zwei Einsätzen gerufen worden. Zunächst fuhren die Einsatzkräfte um 11.30 Uhr zum Freibad, gegen 23.30 Uhr mussten sie zum Ahornweg in Twisteden. An beiden Orten war Eile geboten, weil es sich um dringliche Fälle handelte, so die Polizei. Daher waren die Hecktüren des Rettungswagens offen geblieben. Das müssen die Unbekannten genutzt haben, um eine gelbe Tasche aus dem Fahrzeug zu stehlen. Ob der Diebstahl am Freibad oder in Twisteden passierte, ist unklar. Aufgefallen war die ganze Sache, als die Sanitäter bei der Übergabe des Fahrzeugs merkten, dass Teile fehlten.

Bei der gelben Tasche, die gestohlen wurde, handelt es sich um Notfall-Material speziell für die Behandlung von Kindern. Bei der Polizei löst der Vorfall großes Kopfschütteln aus: „Im Notfall zählt jede Minute – um schnell helfen zu können, sind die Fahrzeuge des Rettungsdienstes nach einem bestimmten Schema mit der medizinischen Ausrüstung bepackt, damit jeder Handgriff sitzt und alles Nötige schnell parat ist.“ Unvorstellbar sei, welche Folgen es haben könnte, wenn lebenswichtiges Equipment plötzlich nicht mehr am angedachten Platz im Rettungswagen ist. Daher sei für die Polizei nicht nachvollziehbar, wie jemand solches Material stehlen kann. „So ein Verhalten ist absolut unverantwortlich“, sagt die Polizeisprecherin.

  • Innenraum BMW Foto: Polizei
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„Das ist schon heftig“, kommentiert Rainer Gilles, Kreis-Chef der Feuerwehren, den Diebstahl. Es habe zwar schon einige Fälle von Einbrüchen in Gerätehäuser gegeben. Dass aber aus einem Wagen etwas gestohlen wurde und dann noch während eines Einsatzes, das ist ihm neu.

Für Gilles ist das auch ein Zeichen dafür, dass sich das Verhalten der Menschen gegenüber den Einsatzkräften wandelt. „Bei uns auf dem Land ist die Welt noch einigermaßen in Ordnung. Denn die Feuerwehr gehört hier zum Dorfleben dazu und jeder weiß, dass sein Leben davon abhängen kann, wenn Feuerwehr und Rettungsdienst rechtzeitig vor Ort sind“, sagt er.

Man spüre aber auch hier, dass sich da einiges verändere. Mancher werde im Umgang mit den Rettungskräften respektloser. Besonders beim Rettungsdienst gäbe es da immer wieder Probleme. „Die Mitarbeiter werden extra geschult, damit sie ruhig bleiben und auch beruhigend auf die Leute einwirken, damit eine Situation nicht eskaliert“, erläutert Gilles.

Ein ganz großes Problem sei, dass viele gar keinen Platz mehr machen, wenn die Einsatzkräfte mit ihren Fahrzeugen kommen. Im Gegenteil: Sie wollen möglichst nah an den Unglücksort heran, um Fotos und Videos zu machen. „Unfälle zu filmen, ist eine absolute Respektlosigkeit. Handys sind inzwischen zum echten Problem geworden“, sagt der Feuerwehr-Chef.

Die Kripo sucht nun nach Zeugen. Hinweise unter 02823 1080.