Mammutprojekt in Kevelaer Das Stadtarchiv ist jetzt digital

Kevelaer · In der Kevelaerer Stadtgeschichte lässt sich jetzt auch ganz bequem von zu Hause aus stöbern. Über 18.500 Fotos und Dokumente wurden digitalisiert. Bürger sind dazu aufgerufen, sich am Archiv zu beteiligen.

Die Mitarbeiter des Stadtarchivs Kevelaer haben über 18.000 historische Fotos und Texte digitalisiert. Jetzt kann man das Archiv auch von zu Hause aus besuchen.

Die Mitarbeiter des Stadtarchivs Kevelaer haben über 18.000 historische Fotos und Texte digitalisiert. Jetzt kann man das Archiv auch von zu Hause aus besuchen.

Foto: Stadt/Stadt Kevelaer

Wer ganz tief in die Geschichte von Kevelaer eintauchen will, kann das jetzt auch ganz bequem von zuhause machen. Das Archiv ist nämlich digital geworden. Über die Seite www.archiv-kevelaer.de kann sich jeder durch Fotos aus der Historie der Wallfahrtsstadt klicken. Die Auswahl ist riesig: Über 18.500 Fotos und Dokumente sind bereits digital verarbeitet und damit zu so genannten Digitalisaten geworden. Mehr als 1600 Arbeitsstunden sind schon in das Projekt geflossen – jetzt ist die digitale Fotothek des Stadtarchivs online gegangen. Das Team rund um Janine Weigel, Leiterin des Stadtarchivs, hat viel Arbeit und Herzblut in dieses Projekt gesteckt.

Anlass, den fotografischen Bestand des Archives zu digitalisieren und zu verzeichnen, war die gestiegene Nachfrage nach Bildmaterial. Eine Mammutaufgabe. Denn ursprünglich wurde der Bestand lediglich lose in Kartons aufbewahrt. Eine echte Sortierung gab es nicht. Ein schnelles Auffinden und Bereitstellen der Fotos war aufgrund der fehlenden Ordnung nicht möglich. Im ersten Schritt wurde daher das gesamte Bildmaterial zusammengetragen, thematisch sortiert und klassifiziert.

 Janine Weigel ist Stadtarchivarin von Kevelaer.

Janine Weigel ist Stadtarchivarin von Kevelaer.

Foto: Stadt/Stadt Kevelaer

Bereits im vergangenen Jahr wurden die ersten Stellschrauben für das Digitalprojekt gestellt: Die Wallfahrtsstadt hatte sich um Fördermittel beim Digitalprogramm Wissens-Wandel Neustart Kultur beworben. Nachdem in diesem Jahr der Zuschlag kam und 90 Prozent der Projektkosten durch Fördermittel finanziert wurden, konnte der lang ersehnte Archiv-Scanner angeschafft werden. Nach wochenlanger Vorbereitung und Sortierung begann ab Juni die schonende Digitalisierung der ersten sensiblen Fotos, Dias und Negative.

„Wir freuen uns darauf, Stück für Stück unser Archiv der Öffentlichkeit auch online zugänglich zu machen oder eben auch fragiles Archivgut wieder durch Digitalisate für die Bürgerinnen und Bürger nutzbar zu machen“, so Janine Weigel.

Und das neue Angebot wird bereits angenommen. Seit dem Start des digitalen Archivs am 1. Oktober gab es bereits mehr als 8500 Zugriffe auf die Seite. „Mit diesen Zahlen sind wir sehr zufrieden“, sagt Stadtsprecherin Lena Hanenberg.

Es ist auch möglich, die Bilder zu nutzen. Dazu ist dann eine entsprechende Anfrage beim Archiv nötig. Denn dort liegen auch die Rechte für die Dokumente.

Der Bestand des Kevelaerer Stadtarchivs soll auch weiter wachsen: „Wir laden jeden, der zu Hause noch Fotos, Erinnerungen und Anekdoten aus Kevelaer hat, dazu ein, sich an dem Projekt zu beteiligen. Alte Papierfotos, Alben, Dia-Sammlungen oder Filmrollen können dem Stadtarchiv leihweise für die Digitalisierung zur Verfügung gestellt werden. Sobald wir das Material digitalisiert haben, geben wir dieses unversehrt an die Besitzer zurück“, erläutert Janine Weigel. „Sollten Sie digitale Fotos oder Filme besitzen, die in unserer Fotothek noch nicht zu finden sind, freuen wir uns, wenn Sie uns diese zukommen lassen“, so die Stadtarchivarin.

Ziel soll ein reger Austausch mit den Bürgern sein. Alle sind eingeladen, sich am Archiv zu beteiligen und es mit eigenen Erinnerungen lebendig zu halten. Über die Anfrage unter den einzelnen Bildern auf der Archiv-Website können alle dem Stadtarchiv Ergänzungen und Erinnerungen zu den Bildern mitteilen. Wenn jemand beispielsweise Zeitzeuge ist, freut sich das Archiv auch über ausführliche Berichte. Diese können direkt per E-Mail unter archiv@kevelaer.de oder über das Kontaktformular verschickt werden.

Pünktlich zur Vorweihnachtszeit startet auf der Archivseite ein digitaler Adventskalender. Was da zu sehen ist? „Lassen Sie sich überraschen“, sagt Lena Hanenberg.

Das Förderprogramm Wissens-Wandel des Deutschen Bibliotheksverbandes ist Teil des Rettungs- und Zukunftsprogramms des Bundes. Ziel des Programms ist der Neustart des kulturellen Lebens in Deutschland in Zeiten von und nach Corona.

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