Kevelaerer Politik mit Rolle rückwärts CDU will Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Kevelaer

Kevelaer · Es gab es schon einmal. Von 1988 bis 2013. Dann wollte die CDU die GmbH nicht mehr. Jetzt soll das Ziel sein, Tourismus, Marketing und Kultur in einer eigenen Gesellschaft zu bündeln. Entscheidungen sollen so schneller getroffen werden können, lautet die Begründung. Entschieden ist noch nichts. Was ein Parkhaus damit zu tun hat.

 Auch das zusätzliche Standbein als Kurort wird als Grund angeführt, warum Kevelaer wieder eine Wirtschaftsförderungsgesellschaft bräuchte.

Auch das zusätzliche Standbein als Kurort wird als Grund angeführt, warum Kevelaer wieder eine Wirtschaftsförderungsgesellschaft bräuchte.

Foto: Wirtschaftsförderung Kreis Kleve

Es klingt ein bisschen wie zurück in die Vergangenheit. Die CDU Kevelaer schlägt vor, für ihre Heimatstadt eine Wirtschaftsförderungsgesellschaft zu gründen.

Das gab es schon einmal. Gegründet 1988 und mit Hans-Josef Kuypers außergewöhnlich erfolgreich. Kevelaer galt als Vorzeigemodell im Land. Dann wurde die GmbH 2013 abgeschafft unter Bürgermeister Axel Stibi und vor allem auch mit den Stimmen der CDU.

Warum der Sinneswandel? „Die Zeiten ändern sich“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Mario Maaßen auf Nachfrage der Redaktion. Wichtig ist Maaßen: „Wir wollen nicht als CDU die Idee einfach durchboxen.“ Sondern er möchte das im Einvernehmen mit dem Bürgermeister regeln und eine vernünftige Lösung im Rat finden.

Warum sich auch andere auf die Seite der CDU schlagen sollen, dazu liefern die Christdemokraten in ihrem Antrag zahlreiche Argumente. Es gehe um funktionelle Strukturen und um freien Handlungsspielraum. „So eine Frau Rohde, die braucht Handlungsfreiheit“, sagt Maaßen. Damit nennt er direkt auch den Kopf der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, den sich die CDU vorstellen kann. Verena Rohde ist aktuell die Wirtschaftsförderin der Stadt Kevelaer.

Die Auflösung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kevelaer im Jahr 2013 hatte dazu geführt, dass der Wirtschaftsförderer wieder direkt dem Bürgermeister unterstellt ist. Die Arbeitsfelder Stadtmarketing, Kultur und Tourismus wurden damals wieder in die Verwaltung gezogen. Das habe der Stadt übrigens 77.000 Euro pro Jahr gespart, hieß es damals. Gespart wurden Kosten für eine Sachbearbeiterstelle, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater und die Miete der Gebäude Venloer Straße 33 bis 35.

Wo die mögliche neue Wirtschaftsförderungsgesellschaft ihren Platz finden könnte, darüber ist in dem Antrag der CDU noch nichts zu lesen. Wohl aber, womit sie Geld generieren könnte: durch Einnahmen aus einem Parkhaus. Das gibt es zwar noch nicht, sei aber dringend notwendig, macht Maaßen deutlich im Gespräch mit der Redaktion. Er nennt beispielsweise den Wegfall einer großen Anzahl Parkplätze durch den Umbau des Peter-Plümpe-Platzes. Als möglichen Standort für ein Parkhaus schlägt er die städtische Parkfläche vor zwischen Stadt-Hotel und Norma-Markt.

Auch angesichts dessen, dass sich Kevelaer mit seinem zweiten Standbein als Kurort neu und anders aufstellen wird, sieht die CDU es für wichtig an, eine eigenständige Gesellschaft zu haben, die das alles im Blick hat, was zusätzlich im Bereich Tourismus und Marketing anfällt.

Die ausgelagerte Wirtschaftsförderungsgesellschaft mit beschränkter Haftung (WFG) soll als eigenständiges Unternehmen fungieren. Einziger Gesellschafter soll die Wallfahrtsstadt Kevelaer sein. Das städtische Unternehmen soll von einem Aufsichtsrat kontrolliert werden. Die bereits im städtischen Haushalt eingestellten Mittel in Höhe von 750.000 Euro für die derzeitige Stabsstelle Wirtschaftsförderung sollen dann für die Erfüllung der Aufgaben der Wirtschaftsförderungsgesellschaft übertragen werden. Außerdem soll auf bewährtes Personal gesetzt werden. Die CDU schlägt Verena Rohde als Geschäftsführerin vor. „Sie soll auch ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der bisherigen Abteilung mitnehmen können“, heißt es im Antrag der CDU.

Man darf gespannt sein auf die Diskussionen und Meinungen innerhalb von Politik und Verwaltung. Einen ersten Aufschlag könnte es in der Haupt- und Finanzausschusssitzung am Donnerstag ab 18.30 Uhr geben.

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