Bombenentschärfung in Kevelaer: Kevelaer bringt sich in Sicherheit

Bombenentschärfung in Kevelaer: Kevelaer bringt sich in Sicherheit

Wegen der Bombenentschärfung mussten viele Menschen gestern ihre Wohnungen verlassen. Eltern holten ihre Kinder früher aus der Kita ab. Auch diesmal war die Entschärfung erfolgreich. Gegen 15 Uhr konnten alle in die Häuser zurück.

Hitzefrei, schneefrei - das kennen viele Schulkinder längst. In Kevelaer haben die Jugendlichen mittlerweile eine ganz neue Variante kennengelernt: bombenfrei. Nachdem bei den beiden anderen Entschärfungen im Juni und September nur der Unterricht am Nachmittag ausfiel, war diesmal schon um 12 Uhr Schluss. Und sogar an der Gaesdonck in Goch durften die Kinder aus Kevelaer gestern früher gehen, damit sie rechtzeitig vor der Sperrung zuhause waren.

Der Kindergarten Spatzennest musste mittags sogar ganz schließen, weil die Einrichtung keine 500 Meter Luftlinie vom Fundort der Bombe entfernt liegt. Und in diesem inneren Ring mussten alle Gebäude geräumt werden. Denn die Bombe war diesmal bei weitem größer als die anderen Sprengkörper, die bei Arbeiten auf der Hüls gefunden worden waren. 500 Kilogramm wog die Bombe, was zur Folge hatte, dass im Radius von 500 Metern geräumt werden musste und im Umkreis von bis zu 1000 Metern alle Menschen im Haus bleiben mussten.

Eltern holten ihre Kinder aus der Kita Spatzennest ab. Frank Höpp und Udo Lokotsch vom Kampfmittelräumdienst mit der entschärften 500-Kilo-Bombe. Foto: Evers

Ein riesiger logistischer Kraftakt für die Stadtverwaltung. Seit die Bombe am Mittwoch gefunden worden war, hatte man auf verschiedenen Wegen die Bevölkerung informiert. Per Internet, per Handzettel, per Lautsprecherdurchsage von Feuerwehrwagen.

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Immerhin 8000 Personen sollen ihre Wohnungen verlassen. Für sie ist ein Aufenthaltsraum in der Hubertusgrundschule eingerichtet worden. Doch das Angebot nutzt kaum einer: Gerade einmal drei Bürger trudeln dort ein. Ab 13 Uhr hat sich die City in eine Geisterstadt verwandelt. Der sonst belebte Peter-Plümpe-Platz ist menschenleer. Kräfte von Feuerwehr und Polizei fahren durch die Straße, um zu kontrollieren, dass sich niemand mehr draußen aufhält. Als einer der letzten läuft der Bürgermeister über den Platz. Um Punkt 13.10 Uhr trifft er sich mit Ordnungsamtsleiter Ludger Holla und Heinz-Josef Theunissen im Lagezentrum des Rathauses. Hier steht das Telefon nicht still. Aufgeregte Bürger rufen an, einer hatte eben erst erfahren, dass er im Haus bleiben muss, weil er zu diesem Zeitpunkt erst in den Briefkasten geschaut hatte. Verständnis für die Aktion haben allerdings alle, bei einer Bombe mit solcher Sprengkraft ist Vorsicht oberstes Gebot.

Die Entschärfung verzögert sich dann um 10 Minuten, weil noch die Landung eines Fliegers aus Malaga abgewartet werden muss. Denn der Luftraum muss für die Entschärfung frei sein. Um 14.08 Uhr kann die Aktion starten, 30 Minuten später verkünden die Sirenen: Die Bombe ist entschärft. "Es war diesmal etwas komplizierter, weil es Probleme mit dem Kopfzünder gab", berichtet Frank Höpp vom Kampfmittelräumdienst. Daher habe man mit etwas Gewalt vorgehen müssen.

Es wird vermutlich nicht die letzte Aktion gewesen sein. Einen konkreten Verdachtspunkt gibt es nämlich für eine weitere Bombe in dem Bereich. Dazu kommen noch zahlreiche Verdachtsmomente. Das sind Bereiche, in denen eventuell noch Sprengkörper im Boden liegen könnten.

(zel)