Kevelaer beteiligt sich zur Aktion Seenotrettung

Kevelaer : „Es kann nie kriminell sein, Menschenleben zu retten“

Vorbei an Menschen, die in der Sonne sitzen und ein Stück Kuchen essen oder geschäftig über die Hauptstraße in Kevelaer laufen, zieht ein Schiff. Vielmehr ist es nur das Gerippe eines Schiffs. Der Künstlerin sei es wichtig gewesen, dass sichtbar ist: Dieses Boot ist instabil.

Wer da einsteigt, ist auf Hilfe angewiesen, muss gerettet werden, erklärt Angelika Petri von der Gruppe Seewerk. Dazu gehören Künstlerin Dini Thomsen und Frank Merks. In Schwarz gekleidet, ziehen sie das Boot durch die Kevelaerer Straßen zum Kapellenplatz. Eine Frau erklärt einigen Kindern in kurzen Worten, warum. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass es uns gut geht, anderen aber nicht. Und dass Seenotrettung nicht kriminell ist.“

Der Menschenzug, angeführt von Elke Kleuren-Schryvers von der Aktion pro Humanität, will auf die Not der Flüchtlinge aufmerksam machen. Auslöser war auch die Verhaftung der Kapitänin Carola Rackete, die mit der Seawatch 3 in den Hafen Lampedusa ohne Genehmigung einfuhr nach einer langen Odyssee mit 40 geretteten Flüchtlingen an Bord. Kevelaers Wallfahrtsrektor Gregor Kauling fand klare Worte dafür. „Es kann nie kriminell sein, Menschen das Leben zu retten“, sagte er.

Bürgermeister Dominik Pichler sprach davon, dass die Europäische Union das Problem lösen müsse. „Es kann nicht sein, wer sich am brutalsten zeigt, kriegt die wenigsten Flüchltinge“, lautete der Appell Kaulings an die Mitmenschlichkeit. Mit dem Zug habe man dem Ausdruck verliehen, sagte Grünen-Politiker Ulrich Hünerbein-Ahlers.

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