Kevelaer: Kevelaer: Aus für Bercker

Kevelaer: Kevelaer: Aus für Bercker

Alle Rettungsversuche sind gescheitert. Dies gab Insolvenzverwalter Dirk Hammes bekannt . 166 Mitarbeiter sind damit arbeitslos. Weitere 30 wickeln bis Ende Juni die Ausproduktion ab. Der Sozialplan sieht Abfindungen vor.

Es war Insolvenzverwalter Dirk Hammes, dem die undankbare Aufgabe zufiel, die Mitarbeiter zu informieren: Die Rettung von Bercker Graphischer Betrieb ist gescheitert. Betroffen davon sind 196 Mitarbeiter, 136 von Bercker Graphischer Betrieb und weitere 60 der Bercker Graphischer Betrieb Dienstleistungs- und Service GmbH. "Knapp 30 von ihnen werden noch die Ausproduktion abwickeln", sagte Hammes gestern der Rheinischen Post. Ab Ende Juni sind aber auch sie ohne Arbeit.

Bis zuletzt hatte der Insolvenzverwalter versucht, die Arbeitsplätze zu retten. Etwa 90 Investoren hatte er kontaktiert, sechs signalisierten ein Übernahmeinteresse. Der Knackpunkt: "Die Marktlage ist derzeit sehr schlecht", sagte Hammes. Außerdem sei für die Investoren nicht zu erwarten gewesen, dass sich der Einsatz ihres Kapitals auf lange Sicht lohnen werde. Schon am Tag der Insolvenzantragsstellung am 19. Januar sei die Lage bei Bercker Graphischer Betrieb — selbst unter Insolvenzbedingungen — desaströs gewesen.

Ein Sozialplan für die Mitarbeiter ist bereits ausgearbeitet. "Sie werden den höchstzulässigen Betrag an Abfindung bekommen", sagte Hammes. Nur wann das Geld ausgezahlt werde, sei noch nicht abzusehen. Vier Berater der Agentur für Arbeit würden sich nun um die arbeitslos gewordenen Mitarbeiter kümmern, um sie möglichst schnell wieder in eine Beschäftigung zu vermitteln. "Jetzt können wir nur hoffen, dass wir so schnell wie möglich wieder einen Job finden", sagten gestern Hannelore und Josef Toubartz der RP. Hannelore Toubartz arbeitet seit sechs Jahren bei Bercker, Ehemann Josef seit einem Jahr. Trotz der schlechten Nachrichten machten sie einen gefassten Eindruck. Geschäftsführer Ulrich Schurer wollte sich gestern gegenüber der RP nicht zu dem Aus seines Betriebs äußern.

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Eine gute Nachricht hatte Insolvenzverwalter Hammes für die sechs Auszubildenden: In Gesprächen mit der Firma Schaffrath in Geldern konnte er erreichen, dass alle ihre Ausbildung dort fortsetzen können.

Kevelaers Bürgermeister Axel Stibi bezeichnete das Ende bei Bercker Graphischer Betrieb gestern auf Anfrage der RP als "tragisch". Er fühle mit den Betroffenen, sagte er. "Da hängen schließlich ganze Familien dran", so das Stadtoberhaupt — Familien, die schwere Zeiten zwischen Hoffen und Bangen durchgemacht hätten.

(RP)