“Ich habe die Schnauze voll“ Ausgetrödelt – Warum Trödelretter Winnie nicht mehr trödeln will

Kervenheim · 2013 fing Winfried Schiller an, Ware auf den Flohmärkten in der Region zu verkaufen. Er wurde zum Trödelretter Winnie. Jetzt ist für den Kervenheimer Schluss, er wird keine Stände mehr aufbauen. Schuld seien die Marktbesucher.

 Winfried „Winnie“ Schiller in seiner Lagerhalle.

Winfried „Winnie“ Schiller in seiner Lagerhalle.

Foto: Norbert Prümen

Bevor aus Winfried „Winnie“ Schiller der Trödelretter Winnie wurde, arbeitete der Kervenheimer in Geldern bei Schaffrath, über 40 Jahre lang. 2013 ging er in Rente, dann starb seine Schwiegermutter, Schiller räumte das Haus aus. Und ging auf einen Trödelmarkt, stellte seinen Stand auf – und verkaufte. Irgendwann stand er Woche um Woche in Wesel auf dem Flohmarkt, wurde stellvertretender Marktleiter. Das blieb er nicht lange, aber den Trödelmärkten blieb er immer verbunden. „Eigentlich wollte ich doch nur trödeln“, sagt der 72-Jährige. Doch daraus wurde viel mehr, ein Fulltimejob während der Rente. Sechs Tage die Woche war er unterwegs, verkaufte seinen Trödel. Ab 2018 hatte er sein eigenes Geschäft, im ehemaligen Dorfladen verkaufte er seine Waren. Corona machte es ihm schwer, immer wieder musste er schließen, Schiller gab den Laden 2021 schließlich auf, es lohnte sich nicht mehr. Aus familiären Gründen ließ er es für 1,5 Jahre sein mit dem Trödeln. Anfang 2023 fing er wieder an – dort wo er aufgehört hat: Auf den Trödelmärkten der Region. Jetzt, acht Monate später, hört er auf. Für immer, unwiderruflich. „Ich habe keine Lust mehr“, sagt Trödelretter Winnie.