Kevelaer: "Kegellampe" überzeugt den Ausschuss

Kevelaer: "Kegellampe" überzeugt den Ausschuss

Die Politiker legten jetzt fest, welche Beleuchtung in der Hauptstraße installiert werden soll. Der Bereich wird derzeit ausgebaut und die Lampen ausgetauscht. Die Grünen wünschen sich ein Lichtkonzept für die ganze Stadt.

"Kevelaer - unter Beleuchtung" hatte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen ihren Antrag überschrieben. In diesem regten sie ein "ganzheitliches Beleuchtungskonzept" für die Wallfahrtsstadt an, mindestens für die Hauptstraße, den Kapellenplatz und den Peter-Plümpe-Platz.

Der Antrag war einer von vielen Tagesordnungspunkten der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung der Stadt. In der Sitzung wurde mehr als deutlich, dass sich über Licht, Laternen und Beleuchtung ausführlich diskutieren lässt.

Für die Hauptstraße kommt ein ganzheitliches Konzept zu spät, das räumte auch der Antragsteller Wolfgang Röhr ein. Dennoch wäre nach Meinung der Grünen ein mit fachlicher Unterstützung erarbeitetes Gesamtkonzept ein Gewinn für die Stadt. Energieeffizienz, Sicherheit auf Straßen und Wegen in der Dunkelheit seien wichtige Kriterien. Hinzu kämen spezielle Beleuchtungen und Lichtinstallationen für historisch interessante Gebäude oder Plätze. Diese würden das Erscheinungsbild der Stadt aufwerten und ein "positives Stadt-Gefühl schaffen", wie es im Grünen-Antrag heißt.

Paul Schaffers (CDU) wertete den Antrag positiv, fragte aber an, ob es sich bei der Effekt- und Objektbeleuchtung, um eine Art Lasershow handele. Röhr verneinte dies und erläuterte, Lichteffekte sollten eine Werbung sein für die Bauwerke, auf die die Kevelaerer stolz seien. Mit einem fachlichen Gremium könnten auch die Ortschaften mit einbezogen werden, in dene ebenfalls Gebäude seien, die es wert sind, angestrahlt zu werden.

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Laut Verwaltung werden die Leuchten der Stadt kontinuierlich erneuert. Seit 2010 seien rund 1750 Laternen saniert und ausgetauscht worden. Aktuell läuft der Austausch der Laternen in der Hauptstraße. Wie berichtet, sind die ersten Laternen im Zuge der Bauarbeiten bereits abmontiert worden. Die gesamte Beleuchtung soll komplett ersetzt werden. Sechs verschiedene Lampen-Varianten standen dafür zur Auswahl, die am Bauhof im Probebetrieb präsentiert worden waren.

Das Interesse daran war durchaus groß, auch an einem Termin vor Ort zum Austausch mit Vertretern der Verwaltung. Eher enttäuschend war dagegen die Resonanz auf die öffentliche Befragung. Dass sich nur 38 Einwohner daran beteiligt hatten, fanden auch die Ausschussmitglieder mäßig. Es musste nun aber eine Entscheidung getroffen werden. "Über Geschmack lässt sich nicht streiten", so der Bürgermeister zum Thema. Dennoch diskutierten die Ausschussmitglieder über die zur Wahl stehenden Formen ausführlich und kamen nach 20 Minuten zur Entscheidung für Laterne Nummer 4, in Kegelform. Für die Variante sprach, dass sie die besten lichttechnischen Werte mit der geringsten Leistungsaufnahme aufweist und damit besonders effizient ist. Aus gestalterischer Sicht stelle der Lampentyp einen Übergang zwischen den schlichten Stelen auf dem Roermonder Platz auf der einen Seite und den Kandelaberleuchten auf dem Kapellenplatz dar, für deren Erhalt sich bisher alle ausgesprochen haben, hieß es.

Für diese Form sprachen sich elf Politiker aus, die klare Mehrheit, denn für alle anderen Varianten gab es zusammen nur sieben Stimmen. Finanziert werden die Lampen über das "Integrierte städtebauliche Handlungskonzept". Über dieses Programm zur Neugestaltung der Innenstadt gibt es Zuschüsse für die Stadt. 40.000 Euro sind für die Lampen veranschlagt, insgesamt hat die Sanierung der Hauptstraße ein Volumen von 1,2 Millionen Euro.

(ath)