Goldhochzeit in Winnekendonk 50 Jahre Tortenglück und Landwirtschaft

Kevelaer-Winnekendonk · Maria und Jupp Pellander feierten ihre Goldhochzeit.Vielen sind die beiden bekannt durch das Bauernhofcafé Binnenheide, das sie viele Jahre selbst betrieben. Eine weitere Leidenschaft ist der Pferdesport.

Das Jubelpaar Maria und Franz-Josef „Jupp“ Pellander feierte mit der Familie und Freunden ihre Goldhochzeit.

Das Jubelpaar Maria und Franz-Josef „Jupp“ Pellander feierte mit der Familie und Freunden ihre Goldhochzeit.

Foto: Norbert Prümen

Was Maria und Jupp gemeinsam anpacken, kann sich wahrlich sehen lassen. Doch zunächst zu ihrem privaten Ereignis, an dem sie Familie - zwei Kinder und fünf Enkelkinder - Freunde aus dem Umfeld des Paares und Nachbarn von der Binnenheide teilhaben ließen. Am Wochenende feierte das Paar in Winnekendonk seine Goldhochzeit.

Ihr gemeinsamer Lebensweg war vorgezeichnet durch die Tatsache, dass Jupp Pellander einen landwirtschaftlichen Betrieb mit 60 Kühen bewirtschaftete, bei dem seine Frau ihn täglich unterstützte. Der berufliche Wendepunkt für beide kam etwa, als beide um 45 Jahre alt waren. Maria Pellander erinnert sich: „Beide Kinder waren zum Studium aus dem Haus. Ich habe immer schon gerne gebacken und Kochkurse im Bildungswerk gegeben. Wir haben überlegt, ein Bauernhofcafé zu eröffnen. Aber beides - Landwirtschaft und Café -konnten wir nicht gleichzeitig durchziehen.“ Aus der Idee wurde „das dritte Kind“ geboren, wie die Jubilarin von dem Neustart im Leben erzählt. Die Kühe wurden verkauft, Stallungen und Ländereien verpachtet.

Die besonderen Rezepte sind das Geheimnis von Maria Pellander.

Die besonderen Rezepte sind das Geheimnis von Maria Pellander.

Foto: Seybert, Gerhard (seyb)

Anstatt täglich um 6 Uhr zum Füttern in den Stall zu gehen, stand das Paar fortan in der Großküche, um die leckersten Kuchen für Gäste zu zaubern. Jupp Pellander wurde zudem freier Mitarbeiter eines Saatgutunternehmens. In seinen freien Minuten unterstützte er seine Frau und das Team. Das Bauerncafé musste immer wieder erweitert werden. „Der alte Kuhstall wurde 2000 umgebaut, ich habe zwei Kühlräume. Schließlich waren es 40 Innen- und 90 Außenplätze. Trotzdem wussten wir oft nicht, wo wir die Gäste unterbringen sollten“, erzählt Maria Pellander. Damit schlug die Stunde des Hausherrn, der in seiner charmanten Art immer wieder einzelne Paare begrüßte und an halbbesetzte Tische zusammenfügte, zur Not sogar im eigenen Wohnzimmer. „Es war eine sehr schöne Zeit. Anstrengend, aber ich habe das genossen. Ich hatte aber auch ein großartiges Team um mich herum. Meine Kuchen waren selbstgemacht, aber ich gebe keins meiner Rezepte preis“, bekräftigt Maria Pellander. So bleibt auch der vielgelobte Pflaumenkuchen ihr Geheiminis. Kuchenliebhaber aus dem Ruhrgebiet und vom Niederrhein nahmen dafür so manchen Kilometer in Kauf. Schätzten die zuvorkommende Gastlichkeit der Besitzer und die ländliche Gemütlichkeit des Hofes. „In Spitzenzeiten wurde das Blech aus dem Ofen nicht einmal kalt“, erzählen die Besitzer. Nach 19 Jahren, mit dem Erreichen des Rentenalters, verpachtete das Paar sein Café in der Binnenheide.

Jupp Pellander ist Pferde-Fan und hoch zu Ross als St. Martin unterwegs.

Jupp Pellander ist Pferde-Fan und hoch zu Ross als St. Martin unterwegs.

Foto: Seybert, Gerhard (seyb)

Sich müßig in den Ruhestand zurückziehen, kommt für beide nicht infrage. „Wir genießen es, am Erwachsenwerden und Leben unserer Enkelkinder teilzuhaben, sind bei den Medenspielen dabei“, erzählt das Goldhochzeits-Paar. Seit fünf Jahren geht Maria Pellander einmal wöchentlich in die Cafeteria des Adelheidhauses in Geldern: „Da hat mir schon so mancher gesagt: ,Ich kenne Sie!‘ Mit ergeht es ebenso. Bei einer Frau erinnere ich mich sogar noch genau, was sie immer bestellt hat.“

Jupp Pellander ist 2. Vorsitzender des Trabrennvereins Mönchengladbach. An den Renntagen sind beide dort anzutreffen. Im Gepäck: Kuchen, Kartoffelsalat, Frikadellen und Würstchen. „Das Catering auf der Rennbahn war durch Corona nicht mehr besetzt. Da sind wir eingesprungen und spendeten anschließend den Erlös“, erklären die Liebhaber des Pferdesports. So mancher Vierbeiner habe auf der Weide an der Binnenheide seine „alten Tage“ verbracht, weiß der Reiter. In dieser sportlichen Eigenschaft sei er im November stets an anderer Stelle gefragt: Seit mehr als einem Vierteljahrhundert reitet er als St. Martin durch Winnnekendonk und Achterhoek. Doppelt so lange ist er Mitglied der freiwilligen Feuerwehr.