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Juniorwahlen am Gymnasium und an der Gesamtschule in Kevelaer

Juniorwahlen am Gymnasium und der Gesamtschule in Kevelaer : SPD liegt an der Gesamtschule vorn

Die Schüler der weiterführenden Schulen in Kevelaer nahmen an der Juniorwahl teil. Während die Stimmen an der Gesamtschule schon ausgezählt sind, will man am Gymnasium bis nach dem Wahlsonntag warten.

Am Sonntag öffnen die Wahllokale für die „kleine Bundestagswahl“ im bevölkerungsreichsten Bundesland. Die Schüler an der Gesamtschule und am Gymnasium in Kevelaer durften bereits vorher an die Wahlurne. Denn beide Schulen nahmen an der Juniorwahl teil. Dabei können Jugendliche einmal live erleben, wie es sich anfühlt, einen Stimmzettel auszufüllen. Auch wenn die Stimmen für die „echte“ Wahl natürlich nicht zählen, wird die Aktion auch von der Politik aufmerksam beobachtet. Schließlich bekommen sie einen ungeschminkten Einblick darin, welche Parteien für Jugendliche besonders attraktiv sind.

Daher wird es die Kandidaten interessieren, dass an der Gesamtschule die SPD die Nase vorn hatte. Sowohl Direktkandidat Lars Aengenvoort (55 Stimmen/35,5 Prozent) wie die SPD (57/36,77) lagen vorn. 155 Schüler hatten ihre Stimme abgegeben. Diese verteilten sich weiter wie folgt. Erststimme: Stephan Wolters (CDU) 49/31,6; Lucas van Stephoudt (FDP) 16/10,3; Sven Elbers (AfD) 4/2,5; Paula Backhaus (Grüne) 19/12,2; Norbert Hayduk (Die Linke) 5/3,2; Stephan Flick (Freie Wähler): 1/0,6. Bei den Zweitstimmen sah es wie folgt aus: CDU 38/24,5; FDP 11/7,1; AfD 5/3,22; Grüne 17/10,96; Die Linke 3/1,9; Piraten 4/2,6; sonstige 13/8,3.

 Auch an der Gesamtschule Kevelaer gab es eine Wahlurne für die Schüler.
Auch an der Gesamtschule Kevelaer gab es eine Wahlurne für die Schüler. Foto: Schule
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Zwar handelte es sich bei dem Urnengang um eine Simulation, doch wirkte alles ganz authentisch: Von den Hinweisschildern über die Stimmzettel bis zur Wahlurne. Sogar ein Wahlregister gab es. Das war Arthur Gellner, Lehrer für Deutsch und Gesellschaftslehre, als Initiator des Projekts wichtig: „Früher war die Wahl ein soziales Event, das nicht selten direkt in einer Gaststätte stattfand. Nach der Wahl saß man zusammen und tauschte sich aus. Meist waren die Kinder einfach dabei und wurden dann direkt entsprechend sozialisiert. Das ist heute nicht mehr der Fall und führt häufig zu Hemmnissen, wenn die erste richtige Wahl ansteht.“

Organisiert wurde die Juniorwahl an der Gesamtschule maßgeblich durch die 7d. „Besonders spannend fand ich die Versiegelung der Wahlurne. Etwas schwierig dagegen war es, die Wahlunterlagen datenschutzrechtlich sicher zu entsorgen, aber hier hat uns unser Hausmeister Ludger Gipmans gut helfen können“, sagte Klassensprecherin Euphemia Baumgartner.

Auch vor dem „Wahllokal“ des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums bildeten sich lange Schlangen mit Schülern der Jahrgangsstufen 8 und 9 sowie aus der Oberstufe. Ausgestattet mit einer Wahlbenachrichtigung und ihrem Personalausweis folgten die Schüler dem Aufruf und gaben ihre Stimmen ab.

In den vorangegangenen Wochen hatten die Lehrer die Jugendlichen im Fachunterricht auf die anstehende Landtagswahl und den Wahlakt als solchen vorbereitet. Damit alles möglichst realitätsnah war, erhielten die Schüler personalisierte Wahlbenachrichtigungen. Es wurden passende Wahlverzeichnisse angelegt und für den Wahltag im Oberstufenraum Wahlkabinen aufgestellt. Schülern des Geschichte/Politik-Kurses der Jahrgangsstufe 9 übernahmen die Organisation des Wahllokals mit Wahlvorständen und Wahlhelfern. Diese prüften Wahlbenachrichtigungen, teilten die originalgetreuen Stimmzettel des Wahlkreises aus und überwachten die geheime Stimmabgabe. Alles wie im echten Wahllokal eben.

Das Ergebnis der Juniorwahl am Gymnasium bleibt zunächst bis zur Landtagswahl unter Verschluss. Danach soll es im Unterricht mit dem echten Wahlergebnis verglichen werden. Dabei geht es um eine Reihe von Fragen: Worin unterscheidet sich das Wahlverhalten der Schüler von dem der offiziellen Wahl? Worin bestehen die Gemeinsamkeiten? Wer könnte das Land auf Basis „unserer“ Ergebnisse regieren?

Schulleiterin Christina Diehr freut sich über die Wahl-Aktion und damit darüber, dass „wir in Schule wieder vermehrt Formen partizipativen und demokratischen Lernens vertiefen können und so der Forderung nach ganzheitlichen Lernerfahrungen Rechnung tragen“.

(RP/zel)