Jana Rogmann aus Kevelaer traf den Präsidenten von Peru am Machu Picchu

Von Kevelaer nach Peru : Auf den Spuren der Inkas

Jana Rogmann aus Kevelaer hatte jetzt die Möglichkeit, zum Machu Picchu aufzusteigen. Dort traf sie sogar den Präsidenten von Peru, im Trainingsanzug.

Stufe für Stufe steige ich den Berg hinauf. Es ist stockdunkel und ich erkenne meine eigene Hand nur mit Mühe – besser die Taschenlampe anmachen. „Wie viele Stufen sind es nochmal bis oben?“, frage ich Miri, die direkt hinter mir ist. „1986 laut unserem Guide“, bekomme ich als Antwort zurück. Schnaufend laufe ich weiter. Ob die Treppen einer der vielen Pfade der Inkas waren, die sich von Chile bis Ecuador zogen? Fast kann ich sehen, wie mich einer der Boten des Inkas überholt, wie die Untertanen des Inkas mit ihren Lamas an mir vorbeiziehen. Auf dem Weg zu ihrer Stadt in den Bergen. Langsam treten die ersten Sonnenstrahlen aus dem Nebel. Jetzt erst erkennt man die gewaltigen Berge auf der anderen Seite des Tals. Sie sind umgeben von Nebelmassen und erzählen Mythen von einem Volk aus längst vergangener Zeit.

Die Gruppe mit der Jana Rogmann unterwegs ist, traf sogar auf den Präsidenten von Peru Martín Vizcarra (Mitte). Foto: ja/Rogmann

Einen Tag vorher hatte ich mich mit drei meiner Mitfreiwilligen von Cusco aus auf den Weg zum Machu Picchu gemacht. Schon in der ehemaligen Hauptstadt der Inkas wies alles auf das Volk hin, welches noch vor 500 Jahren über einen großen Teil Südamerikas geherrscht hat. Neben der Apothekenkette „Inkafarma“ findet man in Cusco zum Beispiel das Hotel „Palacio del Inka“ oder die Reiseagentur „Inka Travels“.

Früh morgens wurden wir abgeholt in unserem Hostel und fuhren mit einem Minibus ungefähr acht Stunden Richtung Hidroelectrica. Als wir in dem Dorf aus dem Bus stiegen, konnte ich nur staunen – der kargen Alpenlandschaft war ein grüner Dschungel gewichen. Zwei Stunden Fußmarsch später kamen wir in Aguas Calientes an, dem Bergdorf im Tal an dem fast alle Machu Picchu Reisenden vorbei müssen. Nach einer Nacht im Hostel, das in der Straße „Inca Yupanqui“ lag, machten wir uns um fünf Uhr morgens auf den Weg.

Oben angekommen stemple ich mir erst mal den „Machu Picchu- Stempel“ in den Reisepass. Nun reisen wir ein – in „das Land der Inka“. Mit unserem Guide und vielen anderen Touristen zusammen gehen wir los zu den Ruinen. Zuerst laufen wir hoch zu einem Aussichtspunkt weiter oben. Hier sammeln sich schon die ersten Touristen um das perfekte Foto vor dem Machu Picchu zu machen. Hoch über dem Tal liegen die Ruinen auf dem Berg, hinter ihnen ragt der Huayna Picchu auf, er ist von Nebelwolken umringt und heute ausgesprochen fotogen – nicht zu viel und nicht zu wenig Nebel. An manchen Stellen gibt es sogar Schlangen vor den schönsten Stellen – keiner möchte schließlich die anderen Touristen auf seinem Bild haben. „Mindestens 4000 Besucher kommen pro Tag, um den Machu Picchu zu besuchen“, erklärt uns unser Guide Manuel „Und das 365 Tage im Jahr. Da die Stadt eigentlich nur für 600 Bewohner ausgelegt war, sinkt der Berg nach und nach ab. Man geht von ungefähr einen Zentimeter pro Jahr aus“.

Dann geht es rein in die eigentliche Stadt. Unser Guide erzählt: „Sie ist zu 85 Prozent erhalten. Nur die Strohdächer sind mit der Zeit zerfallen“. All diese Mauern, die Tempel, die Häuser – das ist also original. Ich kann es kaum glauben. Genau diese Mauern haben die Quechuas, das Volk des Inkas, gesehen, genau diese Treppen sind sie gegangen. Vor allem der Tempel fasziniert mich. Er wurde komplett ohne „Kleber“ gebaut und wie ein Haus aus Lego zusammengesetzt. So etwas habe ich noch nie gesehen.

Dann erwähnt unser Guide nebenbei, dass auch der Präsident von Peru heute den Machu Picchu besuche. Tatsächlich steht dieser um die nächste Ecke, in Jogginganzug und verschont von sämtlichen Paparazzi – kaum ein Tourist weiß, wie der Präsident von Peru aussieht. So haben wir  Martín Vizcarra ganz für uns allein, unterhalten uns und machen ein Foto mit ihm. Überrascht von diesem witzigen Zufall, schlendern wir noch ein wenig durch die Ruinen, die so lange verborgen im Dschungel lagen. Dann ist unsere Zeit im Weltwunder auch schon wieder vorbei und wir machen uns auf den Weg die Treppen hinunter. Stufe für Stufe.

Mehr von RP ONLINE