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Interreligiöse Friedenswallfahrt in Kevelaer

7. Interreligiöse Friedenswallfahrt in Kevelaer : Zusammenstehen für den Frieden in der Welt

„Wir dürfen Gewalt nicht mit Gewalt bekämpfen“, sagt Pastor und Wallfahrtsrektor Kauling in Kevelaer.                          

Langsam versammelt sich eine Gruppe von Menschen im Marienpark in Kevelaer. Ein Banner mit der Aufschrift „7. Interreligiöse Wallfahrt für den Frieden in der Welt“ verrät, wofür die Menschen gekommen sind.

Es ist eine Friedenswallfahrt, die die Religionen Judentum, Christentum und Islam zusammenbringen soll. Doch vermutlich aufgrund von Corona kommen deutlich weniger Gläubige als bei den vergangenen Friedenswallfahrten. „Ich finde es sehr traurig, dass es immer weniger wird“, erzählt Maria Damann, eine Besucherin der Wallfahrt. Mit einer kurzen Begrüßung von Pastor Kauling und der gesanglichen Unterstützung des Knabenchors St. Marien unter der Leitung von Sebastian Piel beginnt die Wallfahrt. „Es ist wichtig, auf die Gemeinsamkeiten und auf den Frieden zu schauen“, so Pastor Kauling.

Im Mittelpunkt der Friedenswallfahrt steht das Kunstprojekt von dem Künstler und Bildhauer Frank Merks, bei dem mit drei Holzstücken die Thora, der Koran und die Bibel symbolisiert werden. Das Ganze wird mithilfe einer Notfall-Liege durch Kevelaer geschoben. Die Menschen sollen somit Sanitäter und Hilfskräfte des Friedens werden. „Ich erhoffe mir, dass die Leute aufwachen und anfangen zu denken“, so Maria Damann, die sichtlich erschüttert ist über die relativ dünne Anzahl an Besuchern in diesem Jahr. Neben Pastor Kauling sind außerdem Vertreter der drei Religionen vor Ort, die zu Beginn über ihre Auffassung des Friedens und über ihre Religion sprechen. So auch Michael Rubinstein, der die jüdische Gemeinde vertritt. „Ich bin jetzt schon zum siebten Mal hier. Es ist wie ein Anker für mich, immer wieder hierherzukommen“, sagt er.

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Nach der Begrüßung beginnt der Friedensmarsch in Richtung Kapellenplatz. Während des Weges wird gesungen und gebetet, und die Wallfahrt bildet eine geschlossene Einheit für den Frieden. Auf dem Kapellenplatz angekommen, werden einige Bänke aufgestellt und die Menschen sammeln sich in einem Halbkreis vor dem Forum Pax Christi. Auch weitere Interessierte stoßen dazu und nehmen sich die Zeit, den Gebeten und dem Gesang zuzuhören. Ein besonderer Moment ist ein Telefonat mit Pater Jaques, einem ehemaligen Gefangenen der IS. Er wird live aus Rom dazugeschaltet, und Elke Kleuren-Schryvers, die Mitgründerin der Aktion Pro Humanität, übersetzt seine Erzählungen aus dem Französischen ins Deutsche. „Wir dürfen Gewalt nicht mit Gewalt bekämpfen“, so Pastor Kauling im Anschluss. Einige Kinder haben ebenfalls etwas zum Thema Frieden zu sagen. In kurzen Fürbitten äußern sie ihre Ängste und Wünsche für die Zukunft.

Gegen Ende des Friedensmarsches wird für die Menschen in Hagen nach dem Anschlag auf die Synagoge und für die Menschen in Afghanistan gebetet. Mit dem Lied „Lobe den Herrn“ endet die siebte Friedenswallfahrt in Kevelaer unter dem Motto „Nähe trotz Distanz“.