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Kevelaer: Innenstadt wird zur Puppenbühne

Kevelaer : Innenstadt wird zur Puppenbühne

In der City von Kevelaer regierten jetzt wieder die kleinen und großen Figuren, die dort zum Leben erwachten. Bei den Puppenspiel-Tagen gab es über mehrere Tage zahlreiche Vorführungen zu sehen, teilweise auch unter freiem Himmel.

Die 21. Kevelaerer Puppenspiel-Tage haben erneut bei Publikum wie Akteuren gepunktet. Die drei K von Kevelaer am Wochenende, nämlich Kinder, Kleinkunst und Kasperle, haben es in sich und räumten auch mit einem Vorurteil auf. Puppenspiel ist schon lange erwachsenen-tauglich. Figurenspielende erwecken Marionetten, Stab- und Handpuppen zum Leben und ziehen Jung wie Alt mit ihren Geschichten in den Bann.

 Auf mehreren Bühnen wie hier am Luxemburger Platz gab es Aufführungen unter freiem Himmel.
Auf mehreren Bühnen wie hier am Luxemburger Platz gab es Aufführungen unter freiem Himmel. Foto: Evers

"Ihr werdet uns nicht entkommen", so Britt Wolfgramm, Darstellerin und Figurenspielerin vom Hannoverschen Figurentheater Marmelock, präsent mit "Eliot und Isabella im Finsterwald". Sie war sich ihrer Sache sicher. Zu Recht. Denn überall an den Spielstätten in der Stadt, sammeln sich die Menschen. Wartezeiten nehmen sie dabei in Kauf. Belohnt wurden sie mit vielfältigen Facetten der Kleinkunstbühne. Durchgespielt wird bis zum späten Nachmittag an fünf Orten im Herzen der Stadt. Neues entdecken und einfach etwas Ungewöhnliches erleben, der Nachwuchs hat Lust auf Kleinkunst.

Ulrich Schulz hat im Laufe der Jahre bei seinen Auftritten festgestellt: "Kevelaer steht für Kontinuität und bietet eine besondere Atmosphäre und Entspanntheit." Die Puppenspiel-Tage sind eine gesetzte Marke für Besucher wie Figurenspielende. "Das Schaf Charlotte und seine Freunde" ist beim Complizen-Figurentheater ein Renner, "weil das Schaf Charlotte als Buch bei den Kindern bekannt ist", so Schulz. Kinder wie Erwachsene lassen sich faszinieren. Sie konzentrieren sich auf das Bühnengeschehen, auf böse Charaktere und ihre "positiven" Gegenspieler. "Dabei stellen erwachsene Zuschauer fest, dass Puppentheater mehr ist als nur das Kasperle. Es ist tiefgründiger."

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Mancher geht gezielt nach Plan vor, andere bleiben spontan. Familie Paul aus Kevelaer hat es richtig gemacht und sich einfach vor die Bühne des "5 Sterne Puppentheater Putschenelle" gesetzt. Das erste Mal sind sie unterwegs, wenngleich es schon die 21. Puppenspiel-Tage sind. "Es passte einfach", erklärt Vater Holger. Diesmal gibt es dort keine Geschichte um den Frosch, sondern mit "Katz und Maus" Shakespeare für Knirpse, frei nach Romeo und Julia mit Happy End. "Den guten Sinn für Humor haben sich die Besucher erhalten", so Werner Labisch. Die Familienstücke kommen an. "Kinder werden oft unterschätzt und verstehen viel mehr von Hintergründen, achten auf Zwischentöne", so die Kollegin und Puppenspielerin Elke Schütz-Stefenelli.

"Polizist" Heiner Dünkelmann hat mit seinen Walk-Acts das Treiben fest im Blick. "Bitte schneller laufen. Da hinten kommen zwei Fahrradfahrer. Den Ausweis, bitte. Ist das Fahrrad geputzt?", scherzt er mit Megafon und Polizeikelle. "Ich bin verwundert, wie viele Menschen sich davon irritieren lassen", meint Dünkelmann amüsiert, umgehend folgt die Aufforderung. "Nicht in den Brunnen spucken" und "Fahren Sie mit einer Hand und grüßen Sie. So ist es gut." Dünkelmann ist in seinem Element und sorgt für Spaß und Unterhaltung. Ähnlich wie Lola und Lasse vom Scharnierentheater. Gleichzeitig laden die Geschäfte zum Bummeln am verkaufsoffenen Sonntag ein.

(sabi)