Kevelaer: Immer wieder Defekte an der Heizung

Kevelaer : Immer wieder Defekte an der Heizung

Die anfällige Technik ihrer Wagen macht der Nordwestbahn beim Niers-Express zu schaffen. Immer wieder fallen Heizung oder Klimaanlage aus. Problem ist zudem, dass die Bahn keine Durchsagen bei Zugausfällen macht.

In letzter Zeit hatten sich die Beschwerden über den Niers-Express (RE 10) gehäuft. Züge waren ausgefallen, oft gab es Probleme mit der Heizung. Der Landrat hatte sich beim zuständigen Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) beschwert und dieser Kontakt mit den Verantwortlichen der Nordwestbahn (NWB) aufgenommen. So kam es zu einem Gespräch mit dem Landrat, zu gemeinsamen Testfahrten auf der Strecke und jetzt zur öffentlichen Problemanalyse durch die NWB.

Die beiden Nordwestbahn-Vertreter Hark Neumann (links) und Wiegand Maethner mit Landrat Wolfgang Spreen (Mitte). Foto: EVE

Dabei gab sich die NWB in Kleve durchaus selbstkritisch. Das Problem mit der Heizung sei bekannt, eine echte Lösung allerdings noch nicht in Sicht. "Es stimmt, dass es immer wieder vorkommt, dass die Heizung in unseren Waggons ausfällt", sagt Bereichsleiter Wigand Maethner. Man habe unterschätzt, dass die Technik der Züge in diesem Bereich so anfällig sei. Problem sei, dass immer mal wieder einer der beiden Motoren der Triebwagen ausfalle. Man fahre dann auf einem Motor weiter, müsse aber die Heizung abstellen, die über den anderen Motor läuft.

Im Sommer führt das zu noch größeren Problemen. Dann fällt nämlich auch die Klimaanlage aus. Es komme dann auch vermehrt zu Zugausfällen, weil durch die Hitze auch die Motoren in den Zügen schneller streiken.

Darauf hat die NWB dadurch reagiert, dass sie ihre Werkstattkapazität ausbaut, um die Wagen nach Defekten wieder schneller flott zu kriegen. Für den Sommer ist bereits ein Notplan in der Schublade. Sollte es vermehrt zu Problemen kommen, sollen Waggons teilweise gesperrt werden, damit in den anderen die Klimaanlage laufen und der Zug weiterfahren kann. Ohnehin hätten sich Fahrgäste auf das Problem bereits ganz praktisch eingestellt, berichtet Landrat Spreen. Sei es in einem Waggon zu heiß oder zu kalt, stiegen Fahrgäste am nächsten Haltepunkt in einen anderen Wagen um. Dort sei es dann angenehmer.

Weiterer Vorwurf der Fahrgäste ist die schlechte Informationspolitik. Ansagen gibt es auf dem Bahnhof nicht, die Infos auf dem Laufbahn sind wenig hilfreich. Hier wiesen Hark Neumann und Wigand Maethner von der NWB darauf hin, dass dafür die Bahn verantwortlich sei. Über Störungen werde die DB informiert, doch an den Bahnhöfen gebe es keinerlei Durchsagen.

Ein Vorwurf, den Lothar Ebbers vom Fahrgastverband Pro Bahn bestätigt. "Die Bahn ist nur verpflichtet, entweder ein Laufband oder Lautsprecherdurchsagen an kleineren Bahnhöfen anzubieten." Deshalb habe die Bahn die Durchsagen dort eingestellt. Statt dessen wird auf die Info-Schriften gesetzt. Denn diese Technik sei mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket vor einiger Zeit installiert worden. "Dynamische Schriftanzeiger" nennt sich das.

Doch diese Technik habe ihre Macken: Für das Infoband gibt es nur standardisierte Texte, die automatisch per SMS gesendet werden. Informationen wie "Strecke gesperrt" oder "Es fahren Ersatzbusse" gehören nicht zum Repertoire. So bleiben die wartenden Fahrgäste am Bahnhof ratlos zurück.

Hinzu komme, dass manche SMS überhaupt nicht ankomme, weil sie aus einem Funkloch gesendet werde.

(RP)
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