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Immer mehr Raser zwischen Kevelaer und Geldern auf B-9-Baustelle

Raser zwischen Kevelaer und Geldern : Mit Tempo 98 durch die Megabaustelle

Im Umfeld der Bauarbeiten auf der Bundesstraße 9 zwischen Kevelaer und Geldern häufen sich die Klagen über Raser. Die Polizei hat kontrolliert und diverse Temposünder erwischt. Die Situation sei teilweise schlimm, heißt es.

Die Baustelle zwischen Kevelaer und Geldern hat die Strecke zum Nadelöhr gemacht. Autofahrer sind genervt und stöhnen, weil sie länger unterwegs sind. Doch jetzt verstärkt sich offenbar auch der Unmut in Wetten. Viele nutzen nämlich den Ort und hier vor allem die Marienstraße, um die Großbaustelle auf der B 9 zu umfahren.

Eigentlich führt die Umleitung über Lüllingen. Doch viele Autofahrer haben anscheinend Wetten als ideale Ausweichstrecke für sich entdeckt. Weil der Unmut im Ort immer größer und immer öfter von Autofahrern mit hohem Tempo berichtet wird, machte sich die Polizei jetzt selbst ein Bild vor Ort.

 Die B 9 ist zwischen Geldern und Kevelaer halbseitig gesperrt. Eigentlich dürfen Autos nur noch mit 50 Stundenkilometern hier durch. Doch manche sind deutlich schneller unterwegs.
Die B 9 ist zwischen Geldern und Kevelaer halbseitig gesperrt. Eigentlich dürfen Autos nur noch mit 50 Stundenkilometern hier durch. Doch manche sind deutlich schneller unterwegs. Foto: Norbert Prümen

Das Ergebnis war dramatisch: Auf der Marienstraße in Wetten registrierten die Beamten am Montag vom frühen Nachmittag bis in die Abendstunden satte 163 Geschwindigkeitsüberschreitungen. Zwölf Autofahrer waren so schnell, dass sie eine Anzeige zu erwarten haben, bei fünf Fahrern reichte die Zahl auf dem Tacho für ein Fahrverbot. Der „Spitzenreiter“ war an dem Tag mit satten 93 Stundenkilometern unterwegs, erlaubt ist lediglich Tempo 50. Der Autofahrer muss jetzt mit Fahrverbot, 160 Euro Bußgeld und zwei Punkten in Flensburg rechnen, so Polizeisprecherin Christina Pitz.

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Die Beamten kontrollierten am Montag auch direkt in der Baustelle. Mit Provida-Fahrzeugen, die eine eingebaute Kamera zur Tempoüberwachung an Bord haben, war die Polizei unterwegs und ermittelte so in zweieinhalb Stunden 16 Fahrer, die mindestens 20 Stundenkilometer zu schnell waren und eine Anzeige bekamen. Spitzenreiter waren hier zwei Autofahrer, die mit Tempo 95 und 98 unterwegs waren. Hier sind lediglich 50 Stundenkilometer erlaubt. Dass in Baustellen schneller als erlaubt gefahren werde, gebe es immer mal wieder, heißt es von Seiten der Polizei. Die zuständige Behörde StraßenNRW habe aber berichtet, dass es hier bei weitem schlimmer als sonst sei.

„Die Arbeiter an der Strecke werden durch die Raserei massiv gefährdet“, berichtet Stefan Huth von StraßenNRW. Man habe sich die Situation vor Ort angesehen und entschieden, dass man reagieren werde. Die Fahrbahn auf der „Einbahnstraße“ von Kevelaer nach Geldern soll enger gemacht werden. „So wollen wir erreichen, dass die Straße auch optisch schmaler wirkt und die Autofahrer dazu angehalten werden, langsamer zu fahren.“ Die Kontrollaktion habe nicht StraßenNRW angeordnet. Vielmehr habe die Polizei auf die massiven Probleme und Beschwerden reagiert.

Die Polizei appelliert an die Autofahrer, besonnen zu sein und auf das Tempolimit zu achten. „Zu schnelles Fahren birgt große Risiken, gerade auch im Baustellenbereich“, heißt es. Überhöhtes Tempo sorge für verlängerte Brems- und Reaktionswege, das könne für die Arbeiter an der Strecke schnell zur Gefahr werden. „Oftmals trennen sie bei ihrer Tätigkeit nur wenige Zentimeter von der Fahrbahn“, so die Polizei.

Beobachtet wird auch immer wieder, dass Radler auf dem gesperrten Radweg unterwegs sind. Verschiedene Fahrzeuge und Rennradfahrer würden sogar dreist durch den abgesperrten Baustellenbereich fahren. Die Einbahnstraße auf der B 9 zwischen Kevelaer und Geldern ist für Radler und Fußgänger tabu. Die offizielle Umleitung für Radler führt auch über Lüllingen. Viele Radfahrer bevorzugen aber die Strecke über die Langstraat. Hier hatte es, wie berichtet, Irritationen gegeben, weil die Baufirma die Strecke irrtümlich für Radler gesperrt hatte.

Alle sollten sich an die Sperrungen und Temporegeln halten, so die Polizei. Die Beamten würden die Situation im Blick behalten. Es werde auch weitere Kontrollen geben.