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Im Gemeinderat Weeze stand eine Kunstinstallation in der Diskussion.

Diskussion im Rat Weeze : Buchstaben bleiben an ihrem Platz

Der Weeze-Schriftzug wird von den meisten Politikern begrüßt. Die FDP setzt sich nicht durch mit ihrem Ansinnen, die riesigen Buchstaben versetzen zu lassen. Über Kunst könne man diskutieren, hieß es.

Der Buchstabensalat auf dem Alten Markt ist der FDP ein Dorn im Auge. Wie berichtet, hatten die Liberalen eine Diskussion über das Kunstwerk dort angestoßen. In großen Eisenbuchstaben ist dort „Weeze“ zu lesen. Allerdings stehen die Lettern nicht nebeneinander auf einer Seite. Wer sich davorstellt, liest auf einer Seite „EWE“ und auf der anderen „EZ“. Sinn ist, dass sich die Besucher beim Lesen einmal um die eigene Achse drehen, dann ist das Wort „Weeze“ korrekt zu lesen.

Dort sei zudem die Verletzungsgefahr zu hoch, kritisiert die FDP. „Die Buchstaben stehen dort nicht richtig und sollten umgesetzt werden“, erläuterte Georg Geenen im Rat noch einmal die Initiative der Liberalen.

CDU-Fraktions-Chef Guido Gleißner kann sich dieser Sichtweise gar nicht anschließen. „Die Touristen finden den Platz schnuckelig. Ich kann mich nicht daran erinnern, zu einem Projekt so viele Workshops besucht zu haben wie zur Gestaltung des Alten Marktes“, sagte er. Es sei viel diskutiert worden, am Ende war das Votum nicht eindeutig. „Aber man sollte Beschlüsse nicht schon nach einem Jahr wieder in Frage stellen“, meint Gleißner. Nicht jeder müsse die Buchstaben unbedingt schön finden. Über Kunst könne man nun einmal streiten, das sei teilweise ja sogar gewünscht. Eine Versetzung lehnte er ab.

So sah es auch Jessica Kruchem (Grüne). Jeder habe zu einem Kunstwerk seine eigene Meinung, damit müsse man leben. Wenn es um die Verletzungsgefahr durch das Eisen gehe, könne man überlegen, den Bereich an den Buchstaben zu bepflanzen, dann würden Kinder auch nicht mehr auf die Lettern steigen.

Eher auf Seiten der Liberalen war bei der Buchstabenfrage die SPD. „Wir haben den Alten Markt so nicht gewollt“, erläuterte der SPD-Fraktionsvorsitzende Norbert Thul. Sein Vorschlag: Ab mit dem Thema in den Bauausschuss und noch einmal darüber beraten.

Die Verwaltung warnte davor. Einmal gehe es hier um ein Projekt, das mit Zuschüssen gefördert worden sei, sagte Bürgermeister Ulrich Francken. Zudem könne man über Kunst immer unterschiedlicher Meinung sein. Wenn man sich über ein Werk unterhalte, sei das doch der Sinn der Sache. Zudem würden die Buchstaben auch in der richtigen Reihenfolge stehen, man müsse sich eben nur einmal um die eigene Achse drehen. Verletzt habe sich an dem Kunstwerk noch niemand.

Bauamtsleiter Wilhelm Moll-Tönnesen fände es schade, wenn die Buchstaben umgestellt werden. „Wenn über eins in Weeze diskutiert wird, dann über die Buchstaben. Das sollte man nicht aufgeben.“ Jeder wisse doch genau, welches Wort die Lettern bedeuten. Es wäre schade und ein falsches Signal, wenn man das Stück Kunst dort schon wieder entfernen würde.

Die Mehrheit des Rates stimmte dafür, den FDP-Antrag abzulehnen. Die Buchstaben bleiben stehen, und die Besucher werden sich hier auch künftig zum Lesen um die eigene Achse drehen.