Im Advent bekommen Haustiere zu viel Süßes.

WEEZE: Ach, du dicker Hund

Der Bund Deutscher Tierfreunde warnt davor, Tieren zu viele Süßigkeiten zu geben. Manches kann sogar tödlich sein. Gerade in der Adventszeit mit ihren Leckereien meint es mancher mit dem Liebling zu gut.

Die Tiere, die im Gnadenhof in Baal aufgenommen werden, haben damit das geringste Problem: Übergewichtig ist kaum ein Tier, das gefunden oder aufgegriffen wird. Diese landen dann im Tierheim in Kamp-Lintfort oder eben im Gnadenhof in Weeze. „Aber zu dick ist von diesen Tieren kaum eins“, sagt Harald Debus, Sprecher des Bundes Deutscher Tierfreunde (BDT). Der Verein sitzt in Kamp-Lintfort und Weeze und warnt: Die Adventszeit könne für Hunde oder Katzen richtig gefährlich werden.

Dann nämlich gibt es besonders viele Süßigkeiten, und mancher lässt aus falsch verstandener Tierliebe auch seine Vierbeiner vom Gabentisch naschen. „Bonbons und Schoko-Weihnachtsmänner können jedoch für Haustiere katastrophale gesundheitliche Folgen haben und im schlimmsten Fall sogar tödlich sein“, warnt Debus.

Schätzungen zufolge seien rund 40 Prozent der Haustiere in den Industrieländern Mitteleuropas zu dick, in Deutschland haben laut einer Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) 52 Prozent der Hunde und Katzen zu viel Speck auf den Rippen. In den USA sind der „Gesellschaft zur Vermeidung von Fettleibigkeit unter Tieren“ zufolge gar 60 Prozent der Katzen und 56 Prozent der Hunde zu schwer – Übergewicht und Adipositas sind bei Haustieren weltweit ein Problem. Mit fatalen Folgen: Um bis zu zwei Jahre können überflüssige Pfunde die Lebenserwartung von Haustieren reduzieren. Diabetes, Arthritis und Herzerkrankungen sind häufige Begleiterscheinungen.

Gerade jetzt in der süßen Adventszeit hätten viele Tiere zu wenig Bewegung, zu viel Futter und zwischendurch immer wieder das ein oder andere Leckerli extra. „Eltern sollten auch ihren Nachwuchs auf die Risiken aufmerksam machen, da der gerne Leckereien an die geliebten Haustiere verteilt“, so Debus.

Besonders Schokolade sollte von Hunden fern gehalten werden. Sie enthält oft den für Menschen ungefährlichen Wirkstoff Theobromin, der kleinere Tiere aber durchaus töten kann. Vier bis fünf Tafeln seien für einen Dackel tödlich.

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Eine große Gefahr stellt zudem der Zuckeraustauschstoff Xylit – er kommt häufig in Bonbons vor – dar, der einen tödlichen Abfall des Blutzuckerspiegels auslösen kann. Schon 100 Gramm Bonbons reichen dazu nach Angaben des BDT aus.

„Am besten sollte man Tieren gar keine Süßigkeiten geben, sie finden dann nämlich gar kein Ende“, berichtet Debus. Wegen der vielen übergewichtigen Tiere nehme auch die Diabetes unter Hunden immer mehr zu.

Aber es sind nicht nur Süßigkeiten, die gefährlich werden können. Gerade zur Adventszeit gibt es vieles mit Rosinen. Auch die sind wie Gift für Hunde, warnt der Mann vom BDT. Rosinen können zu Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, Magenverstimmung oder Durchfall führen. Tödlich sei das zwar nicht, aber für den Hund sicher nicht angenehm. Folgerichtig solle man auch auf Weintrauben verzichten.

Als Alternative sollten verantwortungsbewusste Tierfreunde allenfalls speziell für Tiere hergestellte Leckereien verteilen, die in jeder Zoohandlung erhältlich sind. Diese sollten aber auch nur zu besonderen Gelegenheiten wie etwa zu Weihnachten „verschenkt“ werden, um Vierbeiner oder auch Vögel nicht daran zu gewöhnen, betont der Bund Deutscher Tierfreunde. Eine ausgewogene Ernährung mit Leckereien gibt es nicht.

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