Ideen für Jugend in Kevelaer gesucht

KEVELAER: Viele Daten für den Blick nach vorn

Die Stadt Kevelaer untersuchte, wie das Freizeitverhalten von Kindern und Jugendlichen in Kevelaer und den umliegenden Ortschaften aussieht.

. Unter dem Motto „NRW hält zusammen… für ein Leben ohne Armut und Ausgrenzung“ hatte das NRW-Sozialministerium im Frühjahr 2016 ein erneutes Förderprojekt für Kommunen gestartet, um sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen bessere Perspektiven und mehr Chancen auf Teilhabe am sozialen Leben zu ermöglichen.

Die Stadt Kevelaer hatte daran teilgenommen, unter der Überschrift „Kevelaer hält zusammen – Wir vor Ort“. Zahlreiche Veranstaltungen fanden statt. Zusätzlich führte der Fachbereich für pädagogische Dienste, Verwaltung Jugendamt, Schulen und Sport im Jahr 2017 eine Befragung durch, um zu ermitteln, wie das Freizeitverhalten von Kindern und Jugendlichen in Kevelaer und umliegenden Ortschaften aussieht, was sie und ihre Eltern sich noch wünschen, und was verbessert werden kann.

Zur Präsentation des Umfrageergebnisses mit Ideen-Börse waren Vertreter der ortsansässigen Vereine, der Jugendhilfe, der Politik, der Schulen und Kitas, Elternschaften sowie anderen sozialen Einrichtungen für Kinder und Jugendliche in die öffentliche Begegnungsstätte in Kevelaer eingeladen gewesen. Etwa 30 Personen waren dieser Einladung gefolgt.

„Wir möchten die erhobenen Daten nutzen, um darauf aufbauend weiterzumachen“, sagte Marc Buchholz, Sozialdezernent der Stadt Kevelaer. Ziel sei es, die Freizeitangebote zu verbessern, gemeinsam mit den Akteuren der verschiedenen sozialen Einrichtungen neue Ideen zu entwickeln. Vanessa Freienstein von der Abteilung pädagogische Dienste präsentierte in einem Schnelldurchlauf die sehr differenzierten Umfrageergebnisse. Befragt worden waren Eltern, Kinder und Jugendliche in Kevelaer und Ortsteilen zu den Themen Freizeitverhalten, Urlaub und Aktivität in Vereinen.

Etwa 20 Prozent aller ausgegebenen Fragebögen waren ausgefüllt zurückgekommen. Auf einen Spitzenwert unter den beliebtesten Freizeitorten kam das Freibad. Das Spielplatzangebot wurde insgesamt auch als sehr positiv bewertet. Die Befragung ergab auch, dass zum Beispiel 68 Prozent der Jugendlichen das Jugendzentrum Kompass kennen, aber nicht nutzen.

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Auf die Frage „Wo verbringst du deine Freizeit?“ antworteten die meisten „zu Hause“ oder „bei Freunden“. Etwa 30 Prozent sind in Sportvereinen aktiv, 47 Prozent eher nicht, der Rest in anderen Gruppen wie beispielsweise der Jugendfeuerwehr, den Messdienern oder in Musikgruppen. Auf die Frage, ob sie mit Eltern oder Jugendgruppen einen Sommerurlaub gemacht haben, antworteten 70 Prozent mit „Ja“. Die restlichen 30 Prozent sind für die Fragesteller aus der Stadtverwaltung eine mögliche Zielgruppe, um bestehende Freizeitangebote vor Ort zu verbessern oder neue zu entwickeln.

„Wir möchten gerne besser werden“, so Marc Buchholz und stellte die Frage: „Was können wir mehr tun?“ auch an das Auditorium. Man müsse diese 30 Prozent genauer befragen, hieß es, um herauszufinden, warum sie nicht weggefahren seien. Nicht immer seien das finanzielle Gründe. Familien, die in der Landwirtschaft tätig seien, würden zum Beispiel selten im Sommer in Urlaub fahren. Da die meisten Jugendlichen am liebsten mit Freunden zusammen seien, waren sie wahrscheinlich oft im Freibad, lautete ein anderer Beitrag.

SPD-Ratsmitglied Heinz Ermers verwies darauf, dass die 14 bis 17-Jährigen oft einfach nur „chillen“ und „abhängen“ möchten, das müsse man dann so hinnehmen. Insgesamt wurde das Freizeitangebot gerade für diese Altersgruppe als nicht ausreichend bewertet.

Einige Vertreter aus den Ortschaften berichteten von Ferienlagern und Fahrten mit reger Teilnahme. Diese Veranstaltungen seien getragen von den Dörfern und den Sportvereinen.

Im zweiten Teil der Veranstaltung waren die Teilnehmer aufgefordert, an bereitgestellte Pinnwände Ideen und Vorschläge zu schreiben. Wie Marc Buchholz mitteilte, ist eine weitere Befragung – vorzugsweise in den Schulen – geplant, um noch genauere Auskunft über den Bedarf an Freizeitangeboten gerade für die etwas älteren Jugendlichen zu bekommen.

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