Interview Mit Rene Steinberg: „Ich habe Pofalla nie getroffen“

Interview Mit Rene Steinberg : „Ich habe Pofalla nie getroffen“

Der aus dem WDR bekannte Kabarettist kommt am 16. November nach Weeze ins Bürgerhaus. Trump, Merkel, von der Leyen und viele Größen mehr aus der nationalen und internationalen Politik kommen „zu Wort“.

„Irres ist menschlich“ meint Kabarettist Rene Steinberg, der mit seinem Programm am Freitag, 16. November, im Bürgerhaus in Weeze auftritt. Steinberg ist einem breiten Publikum vor allem durch seine Parodien im WDR-Radio, etwa die „Von der Leyens“ bekannt, will live aber zeigen, dass seine Bandbreite bei Weitem größer ist.

Sie treten in Weeze auf, klingelt da was?

Rene Steinberg Natürlich, Weeze ist die Heimat von Ronald Pofalla, eine meiner bekanntesten Parodien. Lustig ist vor allem, dass ich jetzt nach Weeze komme und ich gehört habe, dass Pofalla inzwischen bei mir in Mülheim wohnen soll.

Haben Sie eigentlich jemals persönlichen Kontakt mit ihm gehabt?

Steinberg Nein tatsächlich nicht. Einmal indirekt. Da kam eine Frau zu mir und bat mich darum, ein Grußwort auf ihr Handy zu sprechen. Das wollte sie Herrn Pofalla vorspielen. Ob sie das gemacht hat, weiß ich aber nicht. Mir hat auch mal jemand gesagt, dass Pofalla gesagt habe, er würde mich gerne hören. Da hab ich gedacht: Irgendetwas habe ich falsch gemacht. Interessanterweise  habe ich bei einem Auftritt in Kleve mal gespürt, dass die Leute hier es ihm offenbar übel genommen haben, dass er aus der Politik ausgestiegen ist.

Angela Merkel zieht sich zurück, ist das für Sie als Kabarettist ein Glücksfall?

Steinberg Auf gar keinen Fall, beruflich ist das für mich ein großer Verlust. Unsere Merkel-Parodie mit Maria Grund-Scholer war ein echtes Highlight. Allerdings mir als politischer Kabarettist  ist nun einmal bewusst, dass der Abschied bestimmter Personen irgendwann inbegriffen ist.

Aber der Vorteil ist doch, dass neue Personen nachkommen. Da wären jetzt Merz, Kramp-Karrenbauer oder Spahn.

Steinberg Ich glaube, am meisten Reibungspotenzial wäre für mich bei Friedrich Merz vorhanden, er tritt sehr kantig auf, auch Jens Spahn ist eine starke Reizfigur. Frau Kramp-Karrenbauer wäre die Weiterführung von Angela Merkel, als Merkel reloaded sozusagen.

Üben Sie diese Figuren schon ein?

Steinberg Nein, nein. Die Figuren müssen von alleine erst einmal in den Fokus kommen und zeigen, dass sie das Potenzial fürs Kabarett haben. Vielleicht werde ich die ein oder andere Person schon mal als kleine Gastrolle einfügen. Aber mein aktuelles Programm ist ohnehin eher unpolitisch.

Wieso das?

Steinberg Leute wie Trump machen einem das Leben schwer. Wenn einer so abgedreht ist, wird es schwer, da noch etwas draufzulegen. Die größtmögliche Pointe war bereits, dass er Präsident geworden ist. Und ich habe den Eindruck, dass die Leute das auch nicht mehr so spaßig finden.

Wenn es nicht um Politik geht, worum geht es dann?

Steinberg Es geht mehr um das Gesamtgesellschaftliche. Um die Frage: Wie kommen wir klar mit der aktuellen Stimmung? Es gibt da dieses Klima der Gereiztheit, des Gegeneinanders. Zwischenmenschlich passiert unheimlich viel Negatives, obwohl es uns eigentlich im Moment unfassbar gut geht. Ich will sehen, ob ich da helfen kann.

Wie etwa?

Steinberg Humor ist da eine Möglichkeit. Ich kann versprechen, dass es am Freitag sehr munter und interaktiv werden wird. Ich gehe auf die Leute zu, rede mit ihnen. Ich bin sicher, dass das eine lustige Geschichte wird.

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