Kevelaer: Hundesteuer: Heute läuft die Schonfrist ab

Kevelaer : Hundesteuer: Heute läuft die Schonfrist ab

Wer heute noch seinen nicht registrierten Vierbeiner bei der Stadt in Kevelaer anmeldet, kommt ohne Bußgeld davon. Das droht dagegen allen, die bei den Kontrollen erwischt werden, die heute Abend starten.

Noch versucht die Stadt Kevelaer es im Guten. Wer sich heute noch bei der Verwaltung meldet und seinen bislang nicht registrierten Hund anmeldet, der kommt ohne Strafe davon. Danach ist es mit der Schonzeit für Hundesteuersünder allerdings vorbei.

Denn bis heute läuft die so genannte Phase 1 bei der Hundesteuer. Wie berichtet, hatte die Stadt allen Bürgern mit den Bescheiden für die Grundsteuer auch einen Infobrief zugeschickt. Darin hatte die Kommune noch einmal auf die Pflicht hingewiesen, Hunde anzumelden. Die Aktion hatte eine bemerkenswerte Resonanz. Bislang sind 200 Hunde neu angemeldet worden.

Das bedeutet für Kevelaer Mehreinnahmen in Höhe von 14.000 Euro, erläutert Klaus Heynen vom Steueramt. "Der Erfolg unseres Schreibens hat uns sehr gefreut", sagt er. Zumal es zu den Neuanmeldungen kam, ohne dass die Stadt Zusatzkosten hatte. Auch in der Bevölkerung habe es überwiegend Zustimmung zu der Aktion gegeben. Schließlich gehe es da ja auch um Gebührengerechtigkeit. Kurios war die Antwort eines Bürgers, der fragte, warum denn nicht nur die Leute einen Brief bekommen hätten, die ihren Hund nicht angemeldet haben.

Nach dem recht positiven Start der Aktion wird es ab heute dann für alle Hundesteuersünder ernst. Es beginnt die Phase 2: die Kontrollphase. Heute Abend wird zum ersten Mal eine Mitarbeiterin der Stadt in einer Straße von Tür zu Tür gehen und klingeln. An den Häusern wird sie fragen, ob es hier noch nicht angemeldete Hunde gibt. Oft genug ist es schließlich so, dass Gäste von den Vierbeinern gleich schwanzwedelnd begrüßt werden.

Wer erwischt wird, muss mit einem Bußgeld rechnen. Im Extremfall sind 5000 Euro möglich, Faustregel ist, dass das Dreifache der hinterzogenen Steuer als Bußgeld angesetzt wird. Die Mitarbeiterin der Stadt wird zwischen 16.30 und 19 Uhr unterwegs sein. Die Kontrollen sollen ab heute regelmäßig laufen. Auch in den Ortsteilen der Marienstadt wird es Überprüfungen geben. Es soll ständigen Druck geben. Das ist auch aus Sicht der Verwaltung sinnvoller als eine groß angelegte Hundezählung, die es in anderen Städten bereits gegeben hat. Die habe nur einen kurzzeitigen Effekt. Zudem koste sie Geld und habe seinerzeit in Kevelaer zu der kuriosen Situation geführt, dass einige Monate nach der Zählung plötzlich das große Hundeverschwinden einsetzte.

"Unser Konzept setzt dagegen auf ständige Kontrolle, die Aktion soll auch im nächsten Jahr weiterlaufen", sagt Heynen. Er geht davon aus, dass noch 100 bis 200 Hunde "aufgespürt" werden.

Die Aktion werde in etwa dazu führen, dass die Zahl der Hunde um 15 Prozent steigt. Bislang waren 2640 Vierbeiner in Kevelaer gemeldet. Insgesamt rund 180.000 Euro nimmt die Kommune im Jahr durch die Hundesteuer ein. In Kevelaer muss für einen Hund 70 Euro im Jahr gezahlt werden, bei zwei Hunden 90 Euro pro Tier und bei drei oder mehr Vierbeinern 110 Euro pro Hund.

(RP)
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