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Weeze: Hund "Lotte" frisst Rattengift und stirbt

Weeze : Hund "Lotte" frisst Rattengift und stirbt

Drei Tage hat sich der Malteser-Schizo-Mischling mit Schmerzen gequält, dann starb der Hund von Jessica Friemel. Weitere Tiere wurden vergiftet. Hundebesitzer in Weeze sind in Sorge.

Als Jessica Friemel vergangenen Dienstag mit ihrer "Lotte" zum Tierarzt fuhr, weil der Hund starke Bauchschmerzen hatte, ahnte sie noch nicht, dass die Hündin einige Tage später nicht mehr bei ihr sein würde. Der Tierarzt tippte zunächst auf ein Magengeschwür. Doch der Zustand des Malteser-Schizo-Mischlings besserte sich trotz Schmerzmittel nicht. Erst beim dritten Besuch erkannte der Veterinär die Ursache: "Lotte" ist vergiftet worden — mit Rattengift. Zuvor hatte die Hündin bereits jede Menge Blut ausgeschieden. Eine Transfusion sollte helfen. Doch das Blut des ersten Spenderhundes reichte nicht.

Deshalb startete Friemel einen Aufruf bei Facebook und bat Hundebesitzer aus der Umgebung, "Lotte" zu helfen. "Die Resonanz war riesig. Das hat mich sprachlos gemacht", sagt die junge Frau. Letztendlich habe sie sich für den Größten und Schwersten entschieden. Doch auch die zweite Transfusion konnte die kleine "Lotte" nicht mehr retten. "Ihr kleiner schwacher Körper hat es nicht mehr geschafft", sagt Jessica Friemel. Der Verlust wiegt schwer für die Weezerin.

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Beim Spaziergang mit ihren Hunden hat Friemel schon vor einigen Wochen ein Schild an einer Hundebox am Fährsteg entdeckt, auf dem vor Rattengift gewarnt wurde. " Eine Hundebesitzerin hat geschrieben, dass auch ihr Hund vergiftet worden sei, und uns gewarnt." Der Nachbarshund ihrer Mutter hat ebenfalls Rattengift gefressen. "Joope" litt tagelang an Vergiftungserscheinungen, hat aber überlebt. Spätestens seit diesem Vorfall war die Weezerin besonders aufmerksam und hat ihre Hunde nicht mehr von der Leine gelassen. "Frei herumgelaufen sind sie nur im Garten meiner Mutter", sagt sie. Und deshalb hat sie einen Verdacht: "Ich könnte mir vorstellen, dass jemand das Gift über den Zaun geworfen hat."

Bei der Polizei sind noch keine Anzeigen eingegangen. Das sei aber notwendig, damit die Behörde überhaupt tätig werden könne, sagt Manuela Schmickler, Pressesprecherin der Kreispolizei in Kleve. "Wenn dort wirklich jemand sein Unwesen treibt, ist das ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, zumindest aber eine Ordnungswidrigkeit", sagt sie. Deshalb sollten Betroffene Anzeige gegen Unbekannt erstatten. Das will Friemel in jedem Fall tun. Wichtig ist ihr aber auch, andere Hundebesitzer zu warnen.

Ihre Freundin Melanie Piotrowicz von der Tierschutz-Initiative "Klever für alle Felle" warnt auf Facebook und mit Flyern vor einem möglichen Hundevergifter. Außerdem hat sie einen Spendenaufruf für Friemel gestartet, auf die nun erhebliche Tierarztkosten zukommen werden. Ihre Familie hat ihr ermöglicht, "Lotte" einäschern zu lassen. "Ihre Urne wird einen Ehrenplatz im Haus bekommen", sagt Friemel.

(RP/jco/top)