Humorvolle Winnekendonk-Geschichtsstunde

Wo die Namen herkommen : Humorvolle Geschichtsstunde

Zwei Stunden lang wurde die vielseitige Namensgeschichte Winnekendonks detailliert durchleuchtet. Referent Georg Cornelissen verpackte das Thema und seine Analysen zur Namensvergabe im Ort mit viel Elan und Humor.

Was macht die Heimat aus? Was sind die Ursprünge des Orts- und der Straßennamen, die einen täglich begleiten? Dr. Georg Cornelissen vom LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte ging diesen und weiteren Fragen jetzt im Pfarrheim St. Urbanus auf den Grund. Gut 40 neugierige Besucher waren bei dem vom Bildungswerk Winnekendonk organisierten Vortrag des Sprachwissenschaftlers mit dabei.

Den Anfang machten die regionalen Namentypen und die Herkunft des „Donk“ in Winnekendonk. 1282 gab es nämlich die erste Erwähnung des Ortes, damals noch „Weinkendunck“ geschrieben, wobei das „i“ auf ein, bei der Aussprache, langgezogenes „e“ hindeutet. Über die Jahre veränderte sich zudem die Bezeichnung „dunck“, so dass dies bei der Zeit der Nennung eine von Menschen geschaffene Erhöhung war.

Dies war vielleicht auf die leicht höher liegende Stelle bezogen, auf der heute die Kirche steht. „Ich habe mich schon als Kind gefragt: Wie kann es sein, dass man im Winnekendonk drei Stufen braucht?“, meinte Cornelissen mit einem Schmunzeln.

Generell war seine Art des Vortrags locker und humorvoll, so dass der über gut zwei Stunden lange Ausflug in die Geschichte zu keinem Moment langweilig wurde. Mit vielen Fakten und etwas ausgenzwinkerndem Humor verging die Zeit wie im Fluge. „Ich hätte gedacht, dass das deutlich trockener ist, so vom Thema her“, verriet Besucherin Margret Janßen. „Ich war sehr positiv überrascht!“ Auch Zuhörerin Elisabeth Marquardt lobte: „Das war alles sehr amüsant und es machte Spaß zuzuhören.“

Im Weiteren sprach Georg Cornelissen die Straßennamen und deren „Bauweise“ an, „denn die ersten offiziellen Straßennamen in Winnekendonk sind erst nach dem zweiten Weltkrieg vergeben worden“. Der Heimat-Experte betonte aber auch, dass die Anwohner natürlich schon vorher eigene Namen und Ortsbeschreibungen hatten. Cornelissen fügte hinzu, „dass zum Beispiel Gaststätten schon immer wichtige Orientierungsorte waren“.

Was aber verbindet Cornelissen ganz persönlich mit seiner Heimat Winnekendonk, in der er bis 1974 gelebt hat? „Das Leben auf dem Fahrrad“, sagte er. „Wir sind überall hingefahren: zur Schule, zu Ausflügen, zum Sport – überall hin. Wenn ich irgendwo wohne, wie momentan in Bonn, wo ich nicht Fahrrad fahren kann, dann sehe ich das als Verlust an.“

Um sich auch weiter mit seiner Heimat zu beschäftigten, rät er allen Leuten: „Man sollte einfach der eigenen Neugier folgen, dann findet man immer etwas Interessantes.“

Am Ende seines Vortrags sprach Cornelissen seine persönliche Vermutung darüber an, woher der Namensteil „Winneken“ wirklich kam. Statt vom altertümlichen Eigennamen „Winiko“ vermutet er, dass dieser Wortteil auf „Waniko“, oder „Wanikin“ basiert, da dieser Name über die Jahrhunderte eine passende Entwicklung durchgemacht hat, um schließlich bei „Weinken“ auszukommen. Abschließend bedankte sich Hansgerd Kronenberg, Ortsvorsteher und Vorsitzender des Bildungswerks, für den gelungenen Abend, und es gab viel Applaus.

Wer mehr über Winnekendonk und die eigene Heimat lernen will: Georg Cornelissen hat auf www.rheinische-landeskunde.lvr.de mehrere Artikel veröffentlicht, und dort gibt es eine Sprachkarte für die unterschiedlichen Dialekte der Region.

Mehr von RP ONLINE