Kevelaer: Hotel an der Quelle geplant

Kevelaer: Hotel an der Quelle geplant

Der Ausschuss für Stadtentwicklung wird heute Abend über das Thema "Hotel auf der Hüls" debattieren. Die Stadt will den Flächennutzungsplan ändern, um den Bau des 200-Betten-Hauses nahe der Thermalquelle zu ermöglichen.

Die Entwicklung des Flughafens in Weeze und der Umstand, dass einige der alten Pilgerherbergen in Kevelaer nicht mehr dem heute gewünschten Standard entsprechen, bringt es mit sich, dass in der Marienstadt Hotelbetten fehlen. Trotz einiger Anfragen potentieller Investoren konnte die Stadt bisher offenbar noch kein geeignetes Grundstück anbieten.

Das soll jetzt anders werden: Durch eine Änderung des Flächennutzungsplans wird es möglich, auf der Hüls, Ecke Hoogemittagsweg / Twistedener Straße, ein 200-Betten-Hotel zu errichten. Angesiedelt sein soll das Haus mindestens im Drei-Sterne-Bereich.

Nutzung für die Wärmegewinnung

Nach Auskunft der Verwaltung soll die vor vielen Jahren dort entdeckte unterirdische Heilquelle "als Teil der seit langem angestrebten Entwicklung eines Kur- und Erholungszentrums" im Prinzip zugänglich bleiben. Der süddeutsche Investor habe nach ersten Informationen jedoch nicht vor, sie etwa für Wellness-Anwendungen zu nutzen, so Klaus Sadowski, Vorsitzender der FDP-Fraktion. Allenfalls werde sie zur Wärmegewinnung für den Hotelbetrieb genutzt werden.

Die Besucher, die man in dem neuen Hotel erwarte, seien weitere Pilger. Die Kapazitäten, um künftig größere Reisegruppen in Kevelaer unterzubringen, sollen unter anderem durch Parkmöglichkeiten für Busse gestützt werden. In dem Konzept für das neue Hotel sind außerdem Tagungsräume vorgesehen.

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Ralf Angenendt, Fraktionschef der SPD im Kevelaerer Stadtrat, hält es für sinnvoll, dem Investor den Weg zu bereiten. "Es ist ja eine Bedarfsanalyse vorausgegangen, und ich bin sicher, dass ein solches Hotel für Kevelaer gut wäre. Auch möchte ich die Option aufrecht erhalten, eines Tages die Thermalquelle in den Bereich Freizeit und Tourismus einzubeziehen."

"Die Situation Kevelaers mit seinen Pilgern sowie der Nähe zu Flughafen begünstigt ein solches Vorhaben", sagt Ernst Umbach, Vorsitzender der Unabhängigen Wählerunion (UWU), der das Konzept für "machbar und vernünftig" hält.

Etwas zurückhaltender klingt die Stellungnahme der CDU-Fraktion. Hansgerd Kronenberg sagte gegenüber der RP: "Wir haben noch Diskussionsbedarf und wollen deshalb das Thema schieben. Schließlich gilt bislang das Ziel, dort ein Wellness-Projekt zu realisieren."

Keine Bedenken hat Grünen-Fraktionsvorsitzender Heinz-Peter Angenendt — allenfalls deutet er leisen Zweifel an, ob tatsächlich mit einer hinreichenden Auslastung eines so großen Hotels gerechnet werden kann. In Bezug auf die Tradition Kevelaers als Stadt mit vielen Besuchern und Pilgern würde er sich jedoch nicht gegen das Projekt sträuben.

(RP/rl/jul)