Weeze: Hoffnung auf bessere Zeiten am Airport

Weeze: Hoffnung auf bessere Zeiten am Airport

Im "Saal Goch" des Flughafens wurden die Sitzplätze knapp: Zahlreich waren die Medienvertreter erschienen, um sich anzuhören, welche Entwicklung ein Ryanair-Verantwortlicher für Weeze vorstellen würde. Nach den zuletzt bedrohlich wirkenden Nachrichten klang die Einladung diesmal überraschend positiv: Über das geplante Wachstum am Niederrhein-Airport sollte berichtet werden.

Präsentiert bekamen die Gäste zwar keine wirklich neuen Ziele, aber die Wiederaufnahme kürzlich gestrichener Destinationen war schon eine gewisse Beruhigung. Reisenden, die zwischen November und März abheben möchten, wird eine ähnlich große Auswahl an Zielen in Europa und Nordafrika geboten wie in den Jahren zuvor. 29 Flughäfen sind dann ab Weeze im Direktflug erreichbar.

Gegenüber dem Sommer wird der Winterflugplan in jedem Jahr deutlich ausgedünnt: In Gegenden, wo der Winter für Touristen wenig attraktiv ist, zieht es zu wenig Menschen. Übrig bleiben Städte, die zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert sind, und Ziele, die so weit südlich liegen, dass sich Nordeuropäer über das dortige milde Klima freuen. Fünf Verbindungen, die zu den 18 gestrichenen gehörten, wird Ryanair nach den Herbstferien wieder anbieten: Stockholm, Växjö (Smaland in Schweden), Bydgosz (Bromberg), Agadir im Norden Marokkos und Talinn, die Hauptstadt Estlands. Zudem werden Frequenzen erhöht: Nach Bari in Süditalien, Riga (Lettland), Thessaloniki (Griechenland) und Venedig geht es künftig sechsmal in der Woche.

  • Weeze : Airport sieht sein Fortbestehen akut nicht gefährdet

Die Entwicklung der irischen Airline stellte Peter Bellew, Marketingchef und Verkaufsleiter bei Ryanair, vor. Dass es auch den Iren nicht mehr ganz so gut geht wie in früheren Jahren, war kein Thema seines Vortrags, Bellew ist jedoch sehr optimistisch gegenüber der näheren Zukunft. Rynairs neue "Freundlichkeits-Offensive" zeige bereits Früchte: Die Buchungen für die kommenden Monate seien spürbar gestiegen, und wenn erst mit der Auslieferung der 75 bestellten neuen Maschinen begonnen werde, könne die Fluggesellschaft wieder kräftig expandieren. "Wir wollen auch in Deutschland weiter wachsen, auf mehr Flughäfen und mit mehr Zielen präsent sein", versicherte der Marketingleiter. Für den Niederrhein am wichtigsten: Auch Weeze soll davon profitieren. In einigen europäischen Ländern ist Ryanair, was die Passagierzahl angeht, die Nummer eins - in Deutschland immerhin die Nummer drei. Nicht nur Flughafen-Geschäftsführer Ludger van Bebber hörte die Darstellung des Gastes aus Dublin gern, auch Investor Burman nahm die Erläuterungen zufrieden auf. Er weiß: Je mehr Passagiere ab Weeze fliegen, um so näher kommt der Airport dem Ziel, sich selbst zu finanzieren. Derzeit kann er bekanntlich die Zinsen für seine Kredite nicht zurückzahlen; mehrfach hat Burman schon Geld nachgeschoben. Dem diente auch ein Grundstücksverkauf, den der Kreistag jüngst absegnete: Wie berichtet, zahlt der Kreis 3,5 Millionen Euro für die Fläche des Solarparks. Derart finanziell gestärkt und in dem Bewusstsein, mit Ryanair einen vernünftigen Vertrag für die kommenden Jahre geschlossen zu haben, soll nun wieder Ruhe einkehren.

Dass die neue Geschäftspolitik der Iren bei den Kunden ankommt, stellen auch van Bebber und Weezes Marketingleiter Holger Terhorst fest: Die Fluggäste freuen sich, endlich mehr Handgepäck mitnehmen zu können

(RP)
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