Kevelaer: Hanta-Virus: Mäusekot kann Infektion auslösen

Kevelaer: Hanta-Virus: Mäusekot kann Infektion auslösen

kevelaer/weeze Ihre putzigen Knopfaugen, das weiche Fell und die zart zuckenden Barthaare nutzen ihnen nichts: Wer Angst vor dem Hanta-Virus hat, wird Mäuse verfolgen oder ihnen und ihren Spuren aus dem Weg gehen. Denn sie sind Überträger des für Menschen gefährlichen Hanta-Virus', das schlimmstenfalls zu Nierenversagen führen kann. In Baden-Württemberg sind aktuell etwa 90 Fälle bekannt, hierzulande erst wenige.

Alarm in Emmerich

"Wir hatten im Januar einen Fall in Emmerich. Als der uns bekannt gemacht wurde – das Hanta-Virus ist meldepflichtig – war der betroffene Mann aber schon wieder auf dem Wege der Genesung", sagte der RP auf Anfrage Kreis-Pressesprecher Eduard Großkämper. Der nicht ausschließen will, dass es weitere Fälle gibt. "Die Symptome sind recht unspezifisch und können, so lange die Nieren nicht angegriffen sind, auch mit einer Erkältung verwechselt werden." Das Gesundheitsamt sehe derzeit keinen Anlass, Empfehlungen auszugeben.

Die kann man vielerorts nachlesen. Nicht zuletzt die Krankenkassen machen in Abständen auf die Gefahren durch Mäuse und Ratten aufmerksam. Wer sich an die Vorsichtsmaßnahmen hält, lässt den Frühjahrsputz im Altbau, das Garage-Entrümpeln oder die Gartenarbeit vielleicht lieber bleiben. Denn in alten Gebäuden, in Holzstößen oder zwischen Gartenabfällen nisten die kleinen Nagetiere im Winter allzu gerne. Und wo sie leben, da hinterlassen sie auch reichlich Kot und Urin. Darin lauert die Gefahr: Wer Bestandteile der ausgetrockneten Exkremente einatmet, nimmt das Virus auf. Und kann erkranken.

Schädlingsbekämpfer wissen sich zu schützen: "Es ist prinzipiell sinnvoll, bei der Arbeit Handschuhe und einen Mundschutz zu tragen", sagt ein Fachmann, der auch in Kevelaer und Weeze aktiv ist. Starkem Mäusebefall sollte durch eine Fachfirma begegnet werden. Idealerweise lassen auch Hunde und Katzen die Schnauzen von verendeten Nagern. Die Möglichkeit einer Ansteckung von Mensch zu Mensch ist wissenschaftlich bislang nicht nachgewiesen.

Mäuse suchen Nähe des Menschen

Mäusen grundsätzlich aus dem Wege zu gehen, ist nicht einfach. Ein Loch oder Spalt von acht Millimetern genügt ihnen, um ins Haus zu kommen. In der Nähe von Menschen fühlen sich die Nager am wohlsten – da ist es warm, und Nahrung ist meist reichlich vorhanden. Also hilft doch nur genaues Hinsehen, Aufräumen und Saubermachen.

(RP)