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Hannah Geßwein aus Kevelaer geht für ein Jahr nach Tansania ins Kinderdorf Mbgili

Hannah Geßwein geht ins Kinderdorf nach Tansania : 7200 Kilometer von Kevelaer entfernt

Für mehr als ein Jahr wird sich Hannah Geßwein (18) aus Kevelaer in Richtung Tansania verabschieden. Dort wird die diesjährige Abiturientin des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums 13 Monate lang im Kinderdorf Mbgili arbeiten.

Knapp 7200 Kilometer Luftlinie. So groß ist die Entfernung zwischen Kevelaer und Iringa, einer 150.000-Einwohner-Stadt im südlichen Hochland in Tansania. Dort in der Nähe befindet sich das Amani-Orphans-Home-Mbigili – ab August der Arbeitsplatz der Abiturientin Hannah Geßwein aus Kevelaer. Für mindestens 13 Monate. „Ich wollte schon immer nach dem Abi­tur mal ein Jahr raus und etwas anderes machen“, sagt die 18-Jährige. „Und vor allem möglichst weit weg, um etwas herauszukommen aus der Komfortzone.“ Von Beginn an stand für die ehemalige Schülerin des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums aber fest, nicht nur ein bloßes Work-und-Travel-Jahr einzulegen, so wie es viele zum Beispiel in Australien oder Neuseeland nach dem Abitur machen. Sich zum Beispiel in einem Kinderdorf zu engagieren, reizte sie mehr. „Mir hat nämlich schon immer die Arbeit mit Kindern viel Spaß gemacht “, sagt Geßwein, die sich unter anderem als Betreuerin im Kevelaerer Kinderchor sowie im Verein „Ziel Punkt Meer“ engagiert. Nachdem sie sich beim Freiwilligendienst „weltwärts“ informiert hatte, wurde sie über die internationale Nichtregierungsorganisation SCI (Service Civil International) an den Verein „Kinderdorf Mbigili Tansania“ vermittelt.

Im Kinderdorf Mbigil lernen die Kinder unter anderem die Aufzucht von Ferkeln.  Foto: Verein. Foto: Verein Kinderdorf Mbigili Tansania

Der Verein, der geführt wird von Barbara Gockel-Wronski aus Rheurdt sowie Aggi Bissels aus Geldern, unterstützt das Kinderdorf Mbigili in Tansania, in dem derzeit 80 Kinder leben. Das Ziel des Kinderdorfs ist es, „nach dem Prinzip ,Hilfe zur Selbsthilfe` eine Lebensgrundlage und einen Lebensraum für benachteiligte Kinder und Aidswaisen im ländlichen Einzugsgebiet der Stadt Iringa zu schaffen“, heißt es auf der Vereins-Internetseite. Alle Kinder schließen die Grundschule (Primary School) ab und erhalten im Anschluss die Möglichkeit, eine weiterführende Schule (Secondary School) zu besuchen und/oder aber eine Handwerkerausbildung zu absolvieren. „Einige der von uns geförderten Kinder besuchen mittlerweile sogar die Universität“, sagt Aggi Bissels. Teilweise arbeiten die Ehemaligen aber auch selbst an der weiteren Gestaltung des Kinderdorf-Konzeptes mit, sagt sie. In jedem Jahr bietet der Verein zwei Freiwilligen die Möglichkeit, für ein Jahr im Kinderdorf mitzuarbeiten, in diesem Jahr Hannah Geßwein sowie Ina Al-Moufdi aus Aachen. „Das Kinderdorf stellt die Unterkunft und die Verpflegung und beantragt die behördlichen Dokumente“, sagt die stellvertretende Vereinsvorsitzende. Wichtig sei vor allem auch der Intensivkurs in der Landessprache Suaheli, der direkt in der ersten Woche mit vielen weiteren Freiwilligen ansteht. Denn so können sich die Freiwilligen schnell mit den Kindern vor Ort unterhalten. Wohnen werden die beiden Freiwilligen unter der Woche im Kinderdorf. Dort werden sie im Kindergarten mithelfen, Förderunterricht für die Kinder und Mitarbeiter in Englisch geben, mit den Kindern musizieren und Sport machen oder Englisch und EDV-Kenntnisse an interessierte Mütter vermitteln.

Am Wochenende haben die beiden die Möglichkeit, ihre freie Zeit in einem Haus im nicht weit entfernten Iringa zu verbringen. „Iringa ist eine der schönsten Städte Tansanias und für die Freiwilligen eine gute Abwechslung, um andere junge Menschen zu treffen“ sagt Aggi Bissels.

Den Großteil der Vorbereitungen, wie zum Beispiel die nötigen Impfungen oder Dokumente beantragen, hat Hannah Geßwein bereits abgeschlossen. Am 2. August geht ihr Flug, dann wird sie Kevelaer für ein Jahr auf Wiedersehen sagen. Ein bisschen aufgeregt sei sie schon, sagt sie. „Je näher der Flug kommt, desto mehr steigt die Anspannung.“ Gleichzeitig steige aber auch die Vorfreude. „Am meisten freue ich mich darauf, viele neue Menschen kennenzulernen“, sagt die Kevelaererin. Und auf eine neue Kultur. Ein Highlight werde außerdem noch das Zwischenseminar auf der Insel Sansibar mit vielen weiteren Freiwilligen. Wann sie genau wiederkommen wird aus Tansania, weiß sie übrigens noch nicht. Denn noch sind keine Flüge so weit im Voraus buchbar.