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Halle des Wettener Reitvereins von Bredow hat nach 28 Jahren ein neues Dach bekommen

Förderprogramm : Dichte Dachplatten statt Wassereimer

Die Halle des Wettener Reitvereins von Bredow hat nach 28 Jahren ein neues Dach bekommen. Finanziert wurde die Bedachung mit Hilfe des Kreissportbunds Kleve.

Normalerweise müssen die Pferde vom Reitverein von Bredow beim Springreiten bunt gestreifte Stangen überwinden. Wenn sich der Himmel über Wetten zuzog und dicke Regentropfen aus den Wolken quollen, füllte sich die Halle des Vereins bisher jedoch mit eher untypischen Hindernissen. Es mussten Eimer aufgestellt werden, um Wasser abzufangen, das sich durch die Risse und Löcher im Dach seinen Weg ins Innere gebahnt hatte. Jetzt können die Auffangbehälter bei schlechtem Wetter aber wieder im Schrank bleiben, denn die Reithalle hat ein neues Dach bekommen.

„Die Halle ist inzwischen 28 Jahre alt. Deswegen haben sich immer mehr Verschleißerscheinungen bemerkbar gemacht“, berichtet Annette van Stephoudt, die Vorsitzende des Vereins. Sie und die anderen Mitglieder sind sichtlich froh, dass ihnen die über 1000 Quadratmeter große Dachfläche in den nächsten Jahren keine Sorgen mehr bereiten wird. Auch im Winter können sie sich jetzt wieder auf den Sport konzentrieren. „In den Herbst- und Wintermonaten brauchen wir die Halle dringend, denn draußen gibt es kein Licht, und der Boden ist unzumutbar für die Pferde“, sagt Michaela Roest, die ebenfalls zum Verein gehört. Eine Winterpause können sie und die anderen Reiter schlecht einlegen, schließlich müssen die Tiere regelmäßig bewegt werden.

Insgesamt 97.000 Euro haben die Arbeiten an der Reithalle gekostet. Ein Betrag, den die Vereinsmitglieder alleine unmöglich stemmen konnten. „Die einzige Möglichkeit wäre gewesen, das Dach Stück für Stück zu flicken. Das hätte uns aber nur etwas Zeit verschafft“, berichtet van Stephoudt. Unterstützung erhielten Reiter und Pferde vom Kreissportbund Kleve, mit dessen Hilfe 90 Prozent der Kosten gedeckt wurden. Die Gelder stammen aus dem Förderprogramm „Moderne Sportstätten 2022“, das die Landesregierung bereitstellte. Jede Kommune erhielt eine bestimmte Menge aus dem 300 Millionen Euro schweren Topf. Im Fall von Kevelaer waren das 400.000 Euro. Die Vereine konnten sich mit ihren Projekten für die Förderung bewerben, und eine Jury, die sich aus Mitgliedern des Kreissportbundes, der Sportjugend und dem Bürgermeister zusammensetzte, entschied über die Vergabe. Neben dem Reitverein erhielten in Kevelaer auch die Schützen vom SSG und der Tennisverein Blau-Weiß Fördergelder.

„Wir sind sehr froh über die Möglichkeit, die Vereine vor Ort unterstützen zu können“, sagte Lutz Stermann, Vorsitzender des Kreissportbunds Kleve. „Das Geld kommt so da an, wo es wirklich gebraucht wird, und die Kommunen haben ihrerseits mehr zur Verfügung, um andere Projekte voranzutreiben.“ Stermann und die Vereinsmitglieder hoben zudem hervor, dass die Abwicklung gut über die Bühne geht. Eins wünscht sich der KSB-Vorsitzende: „Wir haben viel auf die Fördermöglichkeiten aufmerksam gemacht, aber manche Vereine haben erst sehr spät reagiert. Das fand ich sehr schade, vor allem, weil viele das Geld gut gebrauchen könnten.“

(cwe)