Spendenaktion in Kevelaer Schüler erlaufen mehr als 35.000 Euro

Interview | Kevelaer · Das Kardinal-von-Galen-Gymnasium veranstaltete einen Spendenlauf, um Menschen zu unterstützen, die unter den Folgen des Ukrainekriegs leiden. Die stellvertretende Schulleiterin Nicole Lücke im Gespräch.

 Viele nahmen am Spendenlauf des Gymnasiums teil und schafften so einen großen Erlös.

Viele nahmen am Spendenlauf des Gymnasiums teil und schafften so einen großen Erlös.

Foto: ja/Arnulf Stoffel (ast)

Wie ist die Idee, einen Spendenlauf zu veranstalten, entstanden?

Lücke Unmittelbar nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs ging es erst einmal darum, die neue Situation in Europa in der Schule besprechbar zu machen. Doch schon bald darauf haben uns Anfragen aus Schüler-, Lehrer- und Elternschaft erreicht, ein Zeichen für den Frieden setzen und auch helfend tätig werden zu wollen. Mit einem Friedenszeichen auf dem Schulhof haben unsere Schülerinnen und Schüler für die KvGG-Schulgemeinde ein symbolisches Zeichen gesetzt. Das Foto ist auch auf unserer Homepage zu sehen. Die Idee war ja ferner, gemeinsam in Aktion zu kommen. Schon in der Flüchtlingskrise 2015 hat es einen Sponsorenlauf als KvGG-Gemeinschaftsaktion gegeben, bei dem viele Spendengelder erlaufen wurden. Wir konnten jetzt also bei der Organisation und Durchführung auf Erfahrungen und Strukturen zurückgreifen, sodass die Entscheidung für einen Sponsorenlauf schnell gefallen war.

 Nicole Lücke ist neue stellvertretende Schulleiterin des Gymnasiums Kevelaer. 
  Foto: Baran

Nicole Lücke ist neue stellvertretende Schulleiterin des Gymnasiums Kevelaer. Foto: Baran

Foto: Gymnasium/Baran

Wie verlief denn die Organisation des Spendenlaufes?

Lücke Die Idee war da, und es war der Wunsch, möglichst schnell in die Umsetzung zu gehen. Wir haben daher nach einer zeitnahen Möglichkeit im schulischen Terminkalender gesucht und schnell gefunden. Das war zugegebenermaßen nicht ganz einfach, es stehen gerade die Prüfungen unseres Abiturjahrgangs an. Es hat sich umgehend eine Vorbereitungsgruppe gebildet, bei der auch Kollegen und Kolleginnen mitwirken, die bereits den Sponsorenlauf 2015 mitorganisiert haben, darunter der Sportkollege Sebastian Clarke. Die Schülervertretung ist natürlich beteiligt und auch Eltern wurden mit ins Boot geholt. Am Tag des Sponsorenlaufs liefen nahezu alle Schülerinnen und Schüler des KvGG ihre Sponsorenrunden im Hülsparkstadion – auch unser Hausmeister Swen Wienhofen war mit von der Partie. Zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer nutzten ebenfalls die Gelegenheit entweder laufend zu helfen oder jede gelaufene 800-Meter Runde bei den Läuferinnen und Läufern abzustempeln. Elternvertreter organisierten eine Cafeteria mit Kuchen- und Getränkespenden. Direkt nach dem Lauf werteten Kolleginnen und Kollegen die Sponsorenpässe aus: Mehr als 35.000 Euro erlief die KvGG-Schulgemeinde bei ihrem Spendenlauf 2022. Das ist eine Summe, mit der wir im Vorfeld keinesfalls gerechnet haben. Wir danken allen unermüdlichen Läuferinnen und Läufern, die es sich trotz der kalten Temperaturen und des eisigen Windes nicht haben nehmen lassen, für eine gute Sache an den Start zu gehen und damit Menschen zu unterstützen, die ihre Heimat verloren haben. Unser Dank gilt natürlich auch allen Sponsorinnen und Sponsoren sowie den zahlreichen helfenden Händen. Das Vorbereitungsteam arbeitet auch nach dem Lauf weiter: Zunächst einmal sind nun die Spendengelder entsprechend einzusammeln.

Was passiert mit dem gesammelten Geld und wo wird es eingesetzt?

Lücke Der Schulleiterin Christina Diehr und dem gesamten Vorbereitungsteam ist es ein Anliegen, dass die Schülerinnen und Schüler wissen, wofür sie ihre Spendenrunden laufen beziehungsweise gelaufen sind. Die Idee ist, dass das Geld auch Geflüchteten hier vor Ort in Kevelaer zu Gute kommt – schließlich sind bereits ukrainische Schülerinnen und Schüler am KvGG angekommen. Beim Spendenlauf 2015 gab es schon eine Zusammenarbeit mit dem Runden Tisch für Flüchtlinge in Kevelaer. Auch rundum den diesjährigen Spendenlauf sind Schüler- und Lehrervertreter mit Vertretern des Runden Tischs im Gespräch. So wurde bereits gemeinsam entschieden, dass unseren neuen Schülerinnen und Schülern eine Grundausstattung für die Schule angeboten wird. Man war sich schnell einig darüber, dass im Anschluss an den Sponsorenlauf weiter gemeinsam entschieden wird – auch unter Beteiligung ukrainischer Schülerinnen und Schüler –, wie die Spendengelder vom Krieg Betroffene unterstützen kann, sei es hier vor Ort als auch in der Ukraine.

Wie ist Ihr persönlicher Eindruck, wie die Aktion bei der Schülerschaft ankommt/angekommen ist?

Lücke Die Schülerschaft war aktiv an der Planung und Durchführung beteiligt, die Resonanz war also bereits im Vorfeld hoch. Es war unglaublich schön zu erleben, wir engagiert und nahezu unermüdlich die Runden auf der Kevelaerer Tartan-Bahn gedreht wurden…. Und der errechnete enorme Spendenbetrag spricht sicherlich für sich.

Sind Sie auch selbst beim Sponsorenlauf mitgelaufen?

Lücke Das Organisationsteam hatte entschieden, dass die Schulleitung, also Frau Diehr und ich, zusammen mit unserem Bürgermeister Dr. Dominik Pichler den Lauf eröffnen. Also ja, wir drei sind die Eröffnungsrunde gelaufen.

Sind denn noch weitere Aktionen dieser Art geplant?

Lücke Zunächst ist zu sagen, dass das Ende des eigentlichen Sponsorenlaufs nicht das Ende der Aktion ist. Wir werden weiter gemeinsam besprechen, wie die enorme Spendensumme eingesetzt wird. Hier werden auch weitere Gespräche mit Vertreten des Runden Tischs folgen. Und wir haben bereits ganz konkrete Ideen entwickelt, wie wir das Ankommen der neuen Schülerinnen und Schüler vor Ort unterstützen können, sei es beispielsweise durch ein Patensystem oder durch gemeinsame Aktionen.

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