Weeze: Gocher entlastet Weezes Bürgermeister

Weeze: Gocher entlastet Weezes Bürgermeister

Johannes Peters wird neuer Allgemeiner Vertreter des Rathaus-Chefs. Er bereitet die Themen vor, die Ulrich Francken intern und nach draußen vertreten muss. Zudem bleibt Peters Kämmerer und Leiter der Schulverwaltung.

Als Kämmerer muss er sich schon mal von dem Bürgermeister und dessen kommunalpolitisch tätigen Kollegen absetzen. Er ist schließlich der Kassenwart der Gemeinde und versieht dieses Geschäft mit großer Ernsthaftigkeit. Politische Rücksichten braucht Johannes Peters (54) nicht zu nehmen — er wird dafür bezahlt, dass er das Geld zusammenhält. Sein neues Amt hingegen wird ihn nah an die Seite des Ratsvorsitzenden stellen: Peters übernimmt nach der Pensionierung von Heinz-Günter Schmidt-Herzog am 1. Oktober das Amt des Allgemeinen Vertreters des Bürgermeisters.

Weeze ist eine kleine Gemeinde. Da müssen die Mitarbeiter flexibel sein. Peters zum Beispiel leitet neben der Kämmerei auch noch das Schulverwaltungsamt und arbeitet künftig intensiv dem Bürgermeister zu. "Ulrich Francken hat locker eine 60-Stunden-Woche. Was er alles leistet und wie viel Zeit das bindet, ist unglaublich. Völlig unmöglich, sich auf jedes Thema so intensiv vorzubereiten, wie es manchmal nötig ist", sagt Peters. Francken ist Verwaltungschef und führt sein Team, hat die Gemeinde aber auch nach außen zu vertreten. Und damit sind nicht die Besuche zu 90. Geburtstagen oder Goldhochzeiten gemeint — die stellvertretenden Bürgermeister wollen ja auch noch etwas zu tun haben. Aber die Mitgliedschaften in Gremien vom Städte- und Gemeindebund über Euregio (Vorsitz) und Wohnungsgenossenschaft bis hin zu Agrobusiness und Flughafen sind zahlreich.

  • Weeze : Monika Peters nimmt Abschied von der Gemeinde

Derjenige, der sich ähnlich auskennen muss wie der Bürgermeister selbst, ist dabei kein Weezer. "Na ja, fast — ich schlafe ja nur in Goch", sagt er schmunzelnd. Und er ist dort als Mitglied der Reitergarde im Karneval aktiv (also schon mittendrin in Goch). Geboren wurde Johannes Peters auf einem Bauernhof in Hülm, also genau zwischen Goch und Weeze. Das für ihn damals nächstgelegene Gymnasium Gaesdonck hatte er bis zur Mittleren Reife besucht, Technischer Zeichner bei der "Union" in Kleve gelernt, dann die Fachhochschulreife am "Weißen Tor" in Kleve erworben und sich bei der Stadt Goch beworben. "Die ersten Jahre war ich im Sozialamt, aber das war nicht das Richtige für mich", sagt er heute. Als er die Möglichkeit bekam, in Weeze ins Steueramt zu wechseln, tat er das. Und übernahm 1996 die Kämmerei.

Den Wechsel in die kleinere Gemeinde hat Peters nie bereut. "Hier hat sich in den vergangenen Jahren so viel getan. Weeze liegt zentral zwischen zwei Mittelzentren, verfügt über eine nahe Autobahnauffahrt, Bahnhof, sogar einen Flughafen. Viele Arbeitsstellen sind entstanden, das Wohnumfeld wurde deutlich verbessert (Peters vermarktet auch die gemeindlichen Grundstücke), das Steueraufkommen ist erfreulich, und immer mehr Touristen entdecken uns." Weeze hat mit vergleichsweise wenig Geld sein Rathaus modernisiert und wird mit Hilfe des "Integrierten Handlungskonzepts" noch einige Zukunft weisende Ideen umsetzen. Und der Gocher Johannes Peters ist dabei einer der führenden Köpfe.

(RP)
Mehr von RP ONLINE