Kevelaer: Glimpfliche Sturmbilanz

Kevelaer: Glimpfliche Sturmbilanz

Kevelaer und Weeze sind während des Sturms "Xynthia" von schweren Schäden verschont geblieben. Ganz ohne Folgen blieb das Unwetter aber nicht. Dachdecker meldeten gestern bereits einen Anstieg der Kundenanfragen.

Sturmwarnung? Da erinnern sich viele Bürger und Sicherheitskräfte an den verheerenden Orkan "Kyrill", der im Januar 2007 über Europa fegte. Doch "Xynthia", der den Niederrhein am Sonntag heimsuchte, hinterließ glücklicherweise nur wenig Schäden vor Ort.

Ludger Holla, Fachbereichsleiter für Ordnung, zeigte sich gestern erleichtert: "Es war weniger schlimm als wir erwartet hatten. Andere Kommunen haben deutlich mehr mitbekommen." Vielleicht sei doch etwas dran an "dem guten Draht nach oben", den man Kevelaer nachsage.

Zu einem Einsatz musste die Feuerwehr in Kevelaer allerdings ausrücken. Auf ein Haus an der Straße Auf der Bleek in Winnekendonk krachten gleich drei Stämme. "Eine Kiefer und zwei Lebensbäume", erzählt Heinz Tepest, Löschzugführer der Feuerwehr Winnekendonk. Der Alarm war um 17.30 Uhr eingegangen. Die etwa zehn Meter hohen Bäume mussten von den zwölf Einsatzkräften zur Seite geräumt werden. "Wir hatten aus Kevelaer extra eine Drehleiter kommen lassen", berichtet Tepest.

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Auch in Weeze kam niemand zu Schaden. Dennoch bekamen die Bürger den Sturm zu spüren. Am Nachmittag, gegen 15.30 Uhr, fiel in Teilen der Gemeinde der Strom aus. An der Uedemer Straße war ein Stamm auf eine Leitung gefallen", berichtete Georg Koenen vom Weezer Ordnungsamt. Gegen 16.30 Uhr sei der Einsatz beendet gewesen. "Ansonsten haben wir im öffentlichen Bereich recht wenige Schäden gehabt", resümiert Koenen.

Bei einem so starken Sturm werden oft Dachziegel von Gebäuden geweht. Die RP erkundigte sich gestern bei mehreren Dachdeckerbetrieben in Kevelaer und Weeze. Tatsächlich: Mehr Aufträge als gewöhnlich wurden im Dachdeckerbetrieb Grote entgegengenommen. Klaus Keuler erklärte: "Die bessere und sicherere Arbeitsweise, die durch die Versicherungen nach dem letzten Sturm vorgegeben wird, ist ein Grund dafür, dass sich die Auftragslage heute im Rahmen hält". Laut Herbert Konrad sind gestern acht bis zehn Aufträge mehr als üblich eingegangen. Die Dachdecker erklärten, dass die Folgen nicht mit den Schäden von "Kyrill" zu vergleichen seien.

(RP)