Kevelaer: Gesamtschule: Kein klares Bekenntnis zu Weeze

Kevelaer: Gesamtschule: Kein klares Bekenntnis zu Weeze

Heute Abend berät der Schulausschuss über die Zukunft des Gesamtschulstandorts in Weeze. Das Ergebnis wird mit Spannung erwartet, nachdem die Schulkonferenz kein eindeutiges Votum traf.

In einer Sache sind sich alle einig: Um den Standort der Gesamtschule Kevelaer-Weeze in Weeze zukunftsfähig zu machen, sind erhebliche Investitionen nötig. Aus Weeze gab es bereits das deutliche Signal, dass man dazu bereit sei die entsprechenden Finanzmittel bereitzustellen. In Kevelaer dagegen wollten die Politiker erst einmal abwarten, wie die Schulkonferenz zu dem Thema steht. Denn es gibt durchaus auch kritische Stimmen zum System einer Schule mit zwei Standorten. Daher ging es in der Schulkonferenz um die durchaus pikante Frage, ob es eine Empfehlung geben soll, den Standort Weeze zu schließen.

Wer ein klares Votum für Weeze erwartet hatte, erlebte eine Überraschung. Bei der Abstimmung gab es ein Patt. Neun Mitglieder stimmten für eine Empfehlung zur Schließung, neun dagegen. In diesem Gremium sind sechs Lehrer, sechs Schüler und sechs Eltern vertreten. Dem Vernehmen nach haben vor allem die Lehrer dafür gestimmt, den Standort Weeze zu schließen.

Schulleiter Michael Cuypers bestätigt, dass es innerhalb des Kollegiums eine kontroverse Diskussion über das Thema gebe. Kritik wird von Seiten der Lehrer vor allem daran geübt, dass einige zwischen den Standorten pendeln müssen. Die Zeit werde dann oft knapp, um rechtzeitig zu den Unterrichtszeiten von Kevelaer nach Weeze zu kommen oder umgekehrt. Das Problem ist auch Cuypers bewusst. "Wir kriegen leider keinen Bonus an Lehrerstunden, um auf diese Situation reagieren zu können", sagt er. So etwas sei durchaus auch ein Nachteil, wenn man neue Lehrer suche. Das seien aber Probleme, mit denen viele Schulen zu kämpfen haben, die an zwei Standorten sind.

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Cuypers hat die Entscheidung der Stadtverwaltung mitgeteilt. Für Sozialdezernent Marc Bucholz ist die klare Konsequenz aus dem Votum, dass die Verwaltung empfehlen wird, den Standort Weeze auszubauen. "Es gibt kein einhelliges Meinungsbild für die Schließung der Dependance in Weeze. Für uns bedeutet das eindeutig, dass ausgebaut werden soll", sagt Buchholz. Man sei mit dem System bisher auch nicht schlecht gefahren. Durch die Gesamtschule könne gewährleistet werden, dass die Wünsche aller Eltern in Weeze und Kevelaer erfüllt werden könnten. In Geldern zeige es sich ja gerade, was es für Probleme gebe, wenn eine Gesamtschule nicht alle Kinder aufnehmen könne.

Auch Bürgermeister Dominik Pichler spricht sich dafür aus, in den Standort Weeze zu investieren. Die Verwaltung hat daher den Politikern empfohlen, 2,3 Millionen Euro für den Ausbau in der Nachbargemeinde bereit zu stellen. "Ich habe die Hoffnung, dass der Schulausschuss und der Rat dafür stimmen", sagt Pichler. Der Schulausschuss tagt heute Abend ab 18.30 Uhr, der Rat schließlich tritt am Donnerstag zusammen. Die Verwaltung regt auch an, zu prüfen, ob es zusätzliches Personal für die pädagogische und Verwaltungsarbeit geben kann. Zudem solle die Schülerbeförderung zwischen den Standorten optimiert werden. Auch Cuypers ist wichtig, dass an einer Verbesserung der Situation gearbeitet wird. Eine Idee sei, vielleicht ein Stammpersonal von Lehrern nur in Weeze einzusetzen, damit weniger gependelt werden muss.

Die CDU teilte gestern mit, dass sie den Ausbau unterstützen will. "Nun gilt es, die in der Diskussion deutlich gewordenen organisatorischen und personellen Schwierigkeiten bei zwei Schulstandorten gemeinsam anzupacken", so Angelika Kobsch (CDU). Neben den finanziellen Mitteln für den notwendigen Umbau des Weezer Standortes begrüßt die CDU-Fraktion ausdrücklich, dass die Gemeinde Weeze zusätzlich eigene Investitionen von 1,9 Millionen Euro in die Schule tätigen und allein finanzieren will.

(zel)