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Gemeinde Weeze gibt 660.000 Euro für den Flughafen Weeze

Gemeinde Weeze gibt 660.000 Euro für Flughafen : Bürgermeister begrüßt Flughafen-Votum

Ulrich Francken freut es, dass auch der Kreistag den Flughafen weiter finanziell unterstützen will. Positiv sei auch, dass am Samstag erstmals eine Maschine von Corendon ab Weeze starten soll.

(zel) Die Gemeinde Weeze hatte ihr Okay zur Erhöhung der stillen Beteiligung bereits vor der Sitzung des Kreistages gegeben. Rund 660.000 Euro steuert Weeze bei. Dafür gab es eine breite Unterstützung im Rat. Kein Wunder also, dass Weezes Bürgermeister Ulrich Francken erleichtert ist, dass auch der Kreistag mit Mehrheit die Unterstützung für den Flughafen auf den Weg brachte. „Die Entscheidung des Kreistages, die alleine mit den Stimmen der CDU eine ausreichende Mehrheit gefunden hätte, begrüße ich außerordentlich. Es freut mich besonders für die Mitarbeiter des Flughafens und der Unternehmen, die vom Flugbetrieb abhängig sind. Damit werden viele Arbeitsplätze gesichert“, so Francken, der auf positive Zahlen der Arbeitsagentur Wesel verweist. Nach deren Daten arbeiten bei Firmen, die unter der Adresse „Flughafen Weeze“ eingetragen sind, rund 1000 Beschäftige.

Der Flughafen strahle auch in die Nachbarschaft und die Region aus, so Francken. Er sorge nicht für Konkurrenz zu Gewerbeflächen, sondern für neue Einwohner und Touristen, auch in Goch und Kevelaer und darüber hinaus.

„Der Kreis übernimmt 89 Prozent der Kosten, die Gemeinde 11 Prozent, der Rat in Weeze hatte diese Anteilsverteilung gewünscht. Ich freue mich, das der Kreistag dem entsprochen hat“, erläutert der Bürgermeister. SPD und CDU Weeze hätten dies geschlossen  mitgetragen. „Ich bin froh, das die  Mitarbeiter wieder eine Perspektive haben. Mit der türkischen Tochter der niederländischen Fluglinie Corendon startet am Samstag erstmalig eine weitere Fluggesellschaft von Weeze aus. Das ist prima“, so der Bürgermeister.

Mit der Unterstützung trage man zum Fortbestand des Nutzungsmixes auf dem Flughafengelände bei, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Guido Gleißner. In Weeze sei der gesamte wirtschaftliche Betrieb per Genehmigung an den Flugbetrieb gekoppelt. „Keinem anderen Flughafen wird regelmäßig so ein effizientes Wirtschaften attestiert wie dem Flughafen bei uns. Unser Regionalflughafen wird nicht wie etwa Münster oder Osnabrück jedes Jahr mit hohen Millionenbeträgen subventioniert“, sagt er. Man habe jetzt in einer außergewöhnlichen Situation die Weichen für die Zukunft gestellt.

Im Rat hatte die SPD für die Unterstützung des Flughafens gestimmt, auf Kreisebene stimmten die Genossen dagegen. Für Norbert Thul, SPD-Fraktionsvorsitzender in Weeze, verständlich, zumal im Kreistag kein SPD-Mann aus Weeze sitzt. „Wir verstehen unsere Genossen im Kreistag. Sagen wir doch auch, dass nach der Änderung der Landesregierung, allen NRW Flughäfen der Status landesbedeutsam gegeben wurde, auch das Land seine Verantwortung tragen muss. Dies wurde durch unsere Genossen in ihrer Ablehnung so auch deutlich gemacht.“ Doch im Rat in Weeze habe man eine andere Haltung gehabt. „Unsere Position hatten wir klar ausgesprochen. Das Euregionale Zentrum für Luftverkehr, Logistik und Gewerbe Weeze-Laarbruch als wichtigen Bestandteil der Wirtschaftsleistung für den Kreis Kleve zu erhalten und hinter den dort ansässigen Betrieben und ihren Arbeitern zu stehen.“ Als Weezer müsse man helfen, die Ausnahmesituation in dieser Corona-Krise mit einer ausnahmsweise, machbaren Finanzspritze zu überwinden.