Gelderland: Vorbereitung auf Kirchenvorstandswahl

Geldern/Kevelaer : Kirchenvorstandswahl: Neue Konzepte

Im November sind Kirchenvorstandswahlen. In der katholischen Gemeinde St. Maria Magdalena Geldern hat man sich für die Briefwahl entschieden. Das Ziel: Höhere Wahlbeteiligung. In St. Antonius Kevelaer geht man noch zur Urne.

Der Termin der eigentlichen Wahl ist überall der gleiche: Das Wochenende, 17. und 18. November. In Geldern werden die meisten ihre Wahlentscheidung aber schon früher treffen. Die Gemeinde hat sich für die „Allgemeine Briefwahl“ entschieden.

„Jeder Wahlberechtigte der großen Pfarrei mit den acht Ortschaften bekommt Briefwahlunterlagen nach Hause zugestellt“, erklärt Arndt Thielen, Pfarrer an St. Maria Magdalena Geldern. 16.000 Wahlberechtigte gibt es bei insgesamt 19.200 Gemeindemitgliedern. Wichtige Botschaft: Bis zum 7. November werden die Wahlbriefe verteilt. „Wer am 8. November noch nichts hat, soll sich bitte im zentralen Pfarrbüro in Geldern melden“, sagt Thielen. Dann: Zu Hause ausfüllen und per Post abschicken, „Porto bezahlt das Bistum.“ Wichtig ist: Der Brief muss rechtzeitig in die Post. Ausgezählt wird um Punkt 12 Uhr am Sonntag, 18. November. Alternativ können die Wähler den Umschlag in den Pfarrbüros in Geldern, Veert oder Walbeck abgeben oder dort in den Briefkasten werfen – Sonntag wird um kurz vor 12 Uhr noch mal geleert.

Der Kirchenvorstand kümmert sich zum Beispiel um Personalfragen, Liegenschaften, Finanzen. Bei den Wahlen wird alle drei Jahre die Hälfte der Gremiumsmitglieder neu bestimmt. In Geldern gibt es insgesamt 16 Mitglieder, acht davon sind neu zu wählen.

Man hofft, durch die Briefwahl eine höhere Wahlbeteiligung zu erreichen. Die lag nämlich sonst bei fünf oder sechs Prozent. Dafür nehmen die Organisatoren Arbeit in Kauf: „Das hier ist deutlich mehr Aufwand“, betont Pfarrer Thielen. Schließlich müssen Ehrenamtler zum Beispiel die Wahlbriefe verteilen. Aber dafür ist es für die Wähler bequemer als früher, als sie nur am Wahl-Wochenende zu bestimmten Zeiten an die Urnen konnten. Man werde auch sehen, ob die Abstimmungsverhältnisse sich änderten, so Thielen. In der Vergangenheit war die Wahlbeteiligung in den Dörfern immer proportional etwas höher als in der Stadt.

In der Gemeinde St. Antonius Kevelaer hat man ebenfalls über die Wahlbeteiligung diskutiert, sich dann jedoch gegen das neue Verfahren entschieden. „Wir machen das so, wie es bisher immer gemacht worden ist“, sagt Pfarrer Andreas Poorten.

Das liegt vor allem daran, dass man die Organisation nicht schnell genug stemmen konnte. „Der Zeitrahmen war so knapp bemessen“, führt Poorten aus: Für das Briefwahlverfahren hätte vieles am besten bis zu den Sommerferien vorbereitet sein müssen. In St. Antonius steht aber bis jetzt die Kandidatenliste noch nicht fest: „Wir sind noch auf der Suche“, so Poorten. „Die Liste wird vermutlich in zwei oder drei Wochen veröffentlicht.“

An den beiden Wahltagen sind in Pfarrheimen oder Kirchenräumen in Kevelaer, Twisteden, Wetten, Winnekendonk und Kervenheim die Wahllokale eingerichtet, die Öffnungszeiten orientieren sich weitestgehend an Gottesdienstzeiten. Rund 11.800 Wahlberechtigte gibt es bei 14.500 Gemeindemitgliedern. Die Entscheidung gegen die Briefwahl in 2018 bedeutet aber nicht, dass das Verfahren auch für die Zukunft nicht infrage käme, macht Pfarrer Poorten klar – ebenso, wie auch ganz andere Methoden vorstellbar wären. „Ich glaube, das muss jedesmal neu überlegt werden“, sagt der Geistliche.

Abgesehen davon geht St. Antonius ebenfalls Wege, um die Leute an die Urnen zu locken. So hatte man schon bei der Pfarreiratswahl 2017 Aktionen angeboten – Ausstellungen zum Beispiel, „damit es attraktiv wird, nicht nur zur Wahl, sondern überhaupt vor die Tür zu gehen“, so Poorten. Auch diesmal ist ein Konzert in St. Urbanus Winnkendonk geplant, und bei St. Quirinus Twisteden öffnet zu den Wahlzeiten die Bücherei.

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