Kevelaer: Gehweg vor Rendantur ist eine Dauerbaustelle

Kevelaer : Gehweg vor Rendantur ist eine Dauerbaustelle

Mehr als zwei Jahre nach dem Spatenstich stehen vor der katholischen Finanzverwaltung an der Friedenstraße noch immer Bauzäune. Das Problem liegt im Keller des Neubaus.

Eigentlich ist die Rendantur an der Friedenstraße längst fertig. Seit November vergangenen Jahres ist der Neubau mit der Backsteinfassade eingeweiht, Weihbischof Rolf Lohmann besprengte die Büros vor etwa einem Jahr mit Weihwasser und segnete die Kreuze an den Wänden. Im Inneren der Verwaltung laufen unter der Leitung von Stephan Nellesen die finanziellen Fäden von den zwölf Pfarreien aus den Dekanaten Goch und Geldern zusammen.

Draußen, vor dem Gebäude, sieht es aber auch mehr als zwei Jahre nach dem Spatenstich noch nach Baustelle aus. Die Bürgersteige vor dem Gebäude, rechts und links neben einer großen Einfahrt, sind mit Baustellenzäunen abgegrenzt. Wer daran vorbei will, muss entweder auf der Straße gehen oder die Straßenseite wechseln.

Jörg Bousart, der Architekt der Rendantur, weiß, woran das liegt: „Bei der Verfüllung des Kellers sind Fehler gemacht worden“, sagt Bousart. „Diese Erdarbeiten müssen noch nachgebessert werden.“ Was einfach klingt, zieht aber einen langen bürokratischen Weg nach sich. Zunächst habe es zwischen der Stadt, dem Architekturbüro und der Baufirma Unstimmigkeiten darüber gegeben, wie die Fehler ausgebessert werden sollen. „Das ist nicht einfach, weil dort die Versorgungsleitungen des Hauses verlaufen“, sagt Bousart. „Man kann nicht einfach losbuddeln und dabei die Telefon- und Internetleitungen der Büros kappen.“ Auch dass Arbeiter eines Subunternehmers die Fehler gemacht hatten und nicht die beauftragte Baufirma selbst, habe die Kommunikation schwierig gemacht und die Nachbesserung in die Länge gezogen.

Ein Teilstück des Kellers sei mittlerweile bereits nachgearbeitet worden – zur Probe, ob die Methode funktioniert. „Darum hat sich auch zwischendurch etwas getan, und dann wurde die Arbeit wieder eingestellt“, erklärt der Architekt. Derzeit werde das Probe-Teilstück von Gutachtern geprüft, die dann darüber entscheiden, ob auch der Rest auf diese Weise nachgebessert werden kann.

Bis dahin bleiben die Baustellenzäune vor dem Gebäude stehen. Das hatte das Ordnungsamt wegen des fehlenden Pflasters aus Sicherheitsgründen angeordnet. „Es ergibt momentan keinen Sinn, den Gehweg zu pflastern, um ihn wieder aufzureißen und anschließend erneut zu pflastern“, sagt Jörg Bousart. Die Anwohner und Mitarbeiter des Hauses wissen Bescheid, Passanten müssen solange einen Umweg machen. Der Architekt will sich nicht festlegen, hofft aber, dass die Fehler vor Weihnachten behoben sind und der Gehweg dann wieder frei ist für Fußgänger.

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