Gandenhof in Baal: Ein Heim für Tiere, die keiner mehr will

Gnadenhof in Baal am Niederrhein : Ein Heim für Tiere, die keiner mehr will

Weeze: Hermine ist der Star vom Gnadenhof

Auf dem Gnadenhof in Baal am Niederrhein haben aktuell rund 100 Tiere ein neues Zuhause gefunden. Sie werden dort bestens versorgt. Ein Ortsbesuch.

Der Star des Tages ließ auf sich warten: Am Tag der offenen Tür des Gnadenhofs in der Weezer Ortschaft Baal mussten die Besucher auf Hausschwein Hermine warten. „Sie ist  einfach eine Langschläferin und hat ihren eigenen Kopf“, lacht Leiterin Beate Mühlenberg. Doch schließlich zeigte sich die Dame doch und sorgte für großes Staunen der Besucher. „Normalerweise werden Hausschweine geschlachtet, bevor sie so groß werden.“

Das Schwein war mit vier Monaten auf den Hof gekommen und anfangs noch an der Leine auf dem Gelände unterwegs. Als die quirlige Sau dann aber zunehmend größer wurde und auf dem Gnadenhof für Chaos sorgte, musste sie in ihrem Gehege bleiben, in dem sie sich aber sichtlich wohlfühlt. Bereits seit Februar 2015 ist Hermine jetzt in ihrem neuen Zuhause.

Leiterin Beate Mühlenberg inmitten von Geflügel und Hängebauchschweinen. Die Tiere erhielten beim Tag der offenen Tür auch von den Besuchern viele Streicheleinheiten. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Mit ihr wohnen an die 100 andere Tiere auf dem Hof. Als letztes kamen 16 Kaninchen auf den Hof, die vom Veterinäramt beschlagnahmt worden waren, weil sie auf engstem Raum gehalten wurden. „Viele waren sogar schwanger. Mittlerweile sind es über 25 Kaninchen“, berichtet die Leiterin. Und die befinden sich in einem Kaninchenparadies: Ob ein Tunnel zum Krabbeln oder eine Schaukel zum Entspannen – den langohrigen Bewohnern des Hofs fehlt es an nichts. Eine große Rolle spielen zudem die Pferde, für die der Gnadenhof überhaupt erst ins Leben gerufen wurde. „Die Geschichten der Pferde sind die ergreifendsten. Wenn sie hier ankommen, sind sie meist nur Haut und Knochen und sehen aus wie eine Mischung aus Giraffe und Kuh. Da ist kein Gramm Fett mehr dran. Häufig handelt es sich um Turnier- oder Zuchtpferde, die ab dem Tag ihres letzten Turniers nicht mehr beachtet wurden. Oft fehlte es den Besitzern auch an Geld, um die Tiere zu füttern“, erzählt Beate Mühlenberg.

Mit dem Tag der offenen Tür wurde das 15-jährige Bestehen des Hofs gefeiert, der 2003 vom Bund Deutscher Tierfreunde (BDT) gekauft worden war. Neben dem Gnadenhof betreibt der BDT noch ein Tierheim in Kamp-Lintfort. Die 14 Mitarbeiter wechseln sich zwischen den beiden Standorten ab. Meist sind drei bis vier Personen am Tag auf dem Gnadenhof, um die Tiere zu versorgen. Auch in Zukunft können noch weitere Tiere aufgenommen werden. „Es hängt aber von der Tierart ab. Bei Pferden, Schweinen und Katzen wird es knapp. Dabei kommt es auch darauf an, wie akut der Notfall ist. Einen Platz auf unserem Hof haben wir immer für Notfälle frei“, so die Leiterin.

Und auch für die musikalische Unterhaltung der Tiere ist gesorgt. Ganz in der Nähe spielen sich gleich zwei große Veranstaltungen ab: Die Musik vom Parookaville- und Q-Base-Festival sind auf dem Gnadenhof deutlich zu hören. „Die Tiere haben sich mittlerweile daran gewöhnt.

Mehr von RP ONLINE