Weeze: Frühjahrskur für Gedenkstätte

Weeze: Frühjahrskur für Gedenkstätte

Zur zentralen VdK-Landesfeier am Tag vor dem Volkstrauertag soll Weezes Kriegsgräberstätte sich in bestem Zustand präsentieren. Es wird neu gepflastert, Gedenktafeln werden ausgewechselt und Beete neu bepflanzt.

Der lange Winter hat die Arbeiten verzögert, dennoch ist Landschaftsarchitekt Christof Kappert zuversichtlich, nach Ostern wie geplant mit der Bepflanzung der Beete beginnen zu können. Zwei Hektar gestaltete Fläche überarbeitet das Planungsbüro Seeling & Kappert derzeit. Ins Bewusstsein der Öffentlichkeit wird der Bereich an der Uedemer Straße wohl erst wieder am Samstag, 13. November, treten. Dann findet an der Weezer Kriegsgräberstätte nämlich zu deren 60-jährigem Bestehen die Landesfeier des VdK statt. Einen Tag vor dem Volkstrauertag wird in Weeze der Gefallenen des Zweiten Weltkriegs gedacht.

Kreuze aus Basalt-Lava

Die Gäste sollen die Gelegenheit haben, jeden einzelnen Toten, an den hier erinnert wird, namentlich zur Kenntnis zu nehmen. Deshalb werden die zum Teil schon sehr verwitterten und bemoosten Sandsteinplatten im Boden, die jeweils einen Namen tragen, durch Basaltplatten ersetzt. Die zentrale Hochkreuzgruppe aus Basalt-Lava, die sich schwarz und wuchtig auf einem steinernen Rundsockel erhebt, bleibt, wie sie ist. Lediglich ein paar Steine in der sie umgebenden Mauer müssen erneuert werden.

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Wer bisher die Uedemer Straße entlang fuhr, konnte die Gedenkstätte leicht übersehen. Ein schlauchartiger Weg, begrenzt von einer hohen, dunklen Kirschlorbeerhecke, wirkte wenig einladend. Sie ist inzwischen verschwunden. Acht Allee-Bäume (Wildbirnen) passen besser ins Konzept und sollen eine freundliche Eingangssituation schaffen. Neue Bänke und Info-Vitrinen werden aufgestellt, außerdem wird der Platz vor dem Aufgang neu gepflastert. Das Gelände, das die Familie von Loe nach dem Krieg zur Verfügung stellte, dient seit 1947 als Ruhestätte für Kriegstote. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sorgte dafür, dass die in Kerken und Geldern, Kevelaer und Weeze gefallenen Männer auf dem "Sandberg" gemeinsam begraben wurden. Über 2000 Menschen sollen es sein. Auch der Kriegstoten aus Weeze, die im Ausland fielen, und der zivilen Opfern wird gedacht. An sie erinnern Stelen rechts und links des Weges zur Hochkreuzgruppe. Offiziell eröffnet wurde die Anlage am 10. September 1950 durch den damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss. 50 Jahre später pflanzte Ministerpräsident Wolfgang Clement einen Ginkgo-Baum gegen das Vergessen. Den gibt's noch, er muss nur umgesetzt werden.

Bürgermeister Ulrich Francken, Vorsitzender des Volksbundes in Weeze, ist froh, dass sich die Weezer verpflichtet sähen, die Gedenkstätte dauerhaft zu erhalten. "Es ist ein Ort der Trauer und der Mahnung, aber auch ein schöner , würdiger Ort der Andacht", findet er. Deshalb gehöre die Anlage auch zum Wanderwegnetz und werde künftig vom Natur-Lehrpfad berührt.

(RP)