Freiherr Max von Elverfeldt aus Weeze will klare Regeln für den Abschuss der Wölfe.

Natur in Weeze : Niederrheinwolf reißt Schaf in Monschau

Freiherr Max von Elverfeldt aus Weeze will klare Regeln für den Abschuss der Tiere.

Eine Sache ist klar: Der Wolf bewegt die Gemüter. Er sorgt auch am Niederrhein für Gesprächsstoff und nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ hat sich sogar die Kanzlerin in das Thema eingeschaltet. Sie drängt auf eine Lösung zur Frage des Abschusses der Tiere. Unklar ist, ob Wölfe erst dann abgeschossen werden dürfen, wenn sie bereits Schafe gerissen haben, oder auch schon vorbeugend, wenn sie sich Siedlungen oder Schafsherden nähern.

Klar in dem Thema hat sich am Montag Max von Elverfeldt aus Weeze positioniert. Er ist Vorsitzender des Aktionbündnisses Forum Natur. Dies ist ein Zusammenschluss aus Landwirtschafts-, Jagd-, Waldeigentümer- und Fischereiverbänden. Die gegenwärtige Wolfspolitik von Bund und Ländern könne dazu führen, dass die Akzeptanz des Wolfes in der Bevölkerung auf dem Land kippt. „Willkommen Wolf, alleine reicht nicht, es besteht dringender Handlungsbedarf auf politischer Ebene“, sagt er.

Nach jahrelanger Diskussion über die Ausbreitung des nationalen Wolfsbestandes lediglich eine „Bund-Länder-Arbeitsgruppe“ einzurichten, sei für die Menschen im ländlichen Raum und die Weidetierhalter ein Hohn.

„Wir erwarten von der Bundeskanzlerin eine rasche Entscheidung, die nach unserer Auffassung nur darin liegen kann, dass der Weg zum Einstieg in ein aktives Wolfsmanagement freigemacht wird“, sagte Elverfeldt. Konkret soll der strenge Schutz des Wolfes aufgehoben und das Tier ins Jagdrecht überführt werden, ähnlich wie in Skandinavien.

„Wir sind nicht gegen den Wolf, aber damit es eine Akzeptanz gibt, muss es ein Wolfmanagement geben“, sagt von Elverfeldt. Vorgeschlagen wird, den Raum in drei Kategorien aufzuteilen.

Zum einen Wolfsschutzareale, in den der Wolf unbeeinflusst leben kann, etwa auf Truppenübungsplätzen. Zweiter Bereich wären Wolfsmanagementareale, in denen der Wolf toleriert aber im Bestand gemanagt werden soll. Und schließlich Wolfsausschlussareale, in denen der Wolf nicht toleriert werden kann, etwa in Städten.

Aus seiner Sicht würden die Kreise Kleve und Wesel in die ersten zwei Kategorien fallen. „In beiden Fällen würde es dazu führen, dass es zu Abschüssen von Wölfen kommen kann“, stellt er klar.

Mitten in diese Diskussion platzte am Dienstag die Nachricht, dass der Wolf aus Kerken in Monschau ein Schaf getötet hat. Der Wolf hatte, wie berichtet, vor einem Jahr mehrere Schafe in Kerken gerissen. Damals waren Speichelproben genommen worden, daher konnten die Experten des Landesamtes für Umwelt und Naturschutz (Lanuv) den Riss in Monschau diesem Tier zuordnen. Der Wolf war seit dem Vorfall in Kerken nicht wieder aufgetaucht. Der jüngste Fall zeigt erneut, dass die Tiere weite Strecken zurücklegen.

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