Weeze: Flughafengegner: Will Groschek Nachtflug in Weeze?

Weeze: Flughafengegner: Will Groschek Nachtflug in Weeze?

Bei seinem Besuch am Airport hatte der Verkehrsminister bedauert, dass in Deutschland kaum Frachtflug möglich ist.

Die Flughafengegner um den Grünen Kevelaerer Karl-Heinz Kandolf fragen sich, ob Landesverkehrsminister Michael Groschek langfristig Nachtflug für Weeze plant. Beim Besuch des Airports hatte der SPD-Minister bedauernd festgestellt, dass es in Deutschland überhaupt nur zwei Flughäfen mit regulärem Nachtflug (Köln / Bonn und Lübeck) gibt, und dass die Luftverkehrsbranche in Deutschland stiefmütterlich behandelt werde. Ohne Nachtflug sei Frachtverkehr kaum möglich und ein "euregionales Zentrum" nicht zu betreiben. Darauf bezieht sich nun die Aktionsgemeinschaft gegen Fluglärm und Luftverschmutzung.

Kandolf schreibt: "Da wird Ryanair-Chef Michael O´Leary aber hoch erfreut sein, eine bessere Werbung für sein Unternehmen kann er sich ja gar nicht wünschen - dass sogar der NRW-Verkehrsminister schon mehrfach ab Weeze flog . . ." Das hatte Groschek beim Pressegespräch nämlich erzählt. Dabei ging es um die "landesbedeutsamen" Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn und Münster/Osnabrück und das Vorhaben, Weeze diesen Status eben nicht einzuräumen. Goschek hatte zudem vom Airport Weeze als "leistungsstarkes Unternehmen" gesprochen - warum könnten dann die Darlehen nicht zurückgezahlt und die Zinsen nicht bedient werden? "Da fragt man sich doch, was soll am Weezer Flughafen landesbedeutsam sein?" Die steigenden Passagierzahlen der Vorjahre nennen die Gegner eine "Zufallsentwicklung", da sie ja ausschließlich Ryanair zuzuordnen waren. Der Airline, die Flüge anbietet oder streicht, wie es ihr gerade passe. Die Risiken seien entsprechend unkalkulierbar.

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Auch zum Thema Lärm macht Kandolf eine Anmerkung: "Wir wissen nicht, wo die Herren ihre Information her haben, dass Weeze keiner Lärmdiskussion ausgesetzt sei. Auch die Menschen in unserer Region haben das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, wie es im Grundgesetz steht." Der Niederrhein mit seinen Natur- und Landschaftsschutzgebieten sei ebenso wie die angrenzenden niederländischen Naturschutzgebiete Naherholungsbereich für die Bevölkerung und die Gäste aus dem Umland. Das gelte für den Tag und erst recht für die Nacht. Mediziner wiesen immer wieder auf die Bedeutung ungestörter Nachtruhe hin.

Nachtflug lässt jedoch die gültige flugrechtliche Genehmigung nicht zu. Eine neue auf den Weg zu bringen, würde viele Jahre bis Jahrzehnte dauern, hat Airport-Geschäftsführer Ludger van Bebber schon häufig erklärt. Das weiß auch der NRW-Verkehrsminister.

(nik)
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