Weeze: Fluggäste blockieren Weezer Parkplätze

Weeze: Fluggäste blockieren Weezer Parkplätze

Mancher, der vom Airport in den Urlaub startet, will sich offenbar das Geld fürs Parken am Flugplatz sparen. Das führt dazu, dass Autos in Wohngebieten abgestellt werden, etwa an der Magdeburger Straße.

An der Magdeburger Straße gibt es ein Wohngebiet mit vielen Einfamilienhäusern. Auch die Marienwasserschule und der neue Kindergarten Weeze II liegen in dem Bereich. Um für alle auch ausreichend Parkraum zur Verfügung zu stellen, gibt es einen größeren Parkstreifen. Doch die Nummernschilder der Wagen dort deuten kaum darauf hin, dass die Besitzer auch dort wohnen oder die Kinder hier zur Schule gehen: Dortmund, Herne, sogar Kiel ist auf den Kennzeichen zu lesen.

Was fehlt, ist ein freier Parkplatz. Eine Situation, die Anwohnern offenbar übel aufstößt. Seit kurzem hängen dort große Schilder mit dem Hinweis "Dies ist kein Flughafenparkplatz". Diese Schilder finden sich auch hinter den Scheibenwischern einiger Fahrzeuge.

Der Parkstreifen der Magdeburger Straße in Weeze, an der die Marienwasserschule und der neue Kindergarten Weeze II liegen. Die Auto-Kennzeichen deuten kaum darauf hin, dass die Besitzer der Fahrzeuge auch dort wohnen. Foto: Evers

Klar ist: In dem Bereich einen Parkplatz zu finden. ist Glücksache. Was besonders ärgerlich ist, weil dort eben auch Schule und Kindergarten liegen. Die Aktion mit den Schildern ist der Gemeinde Weeze neu, was allerdings bekannt ist, ist das grundsätzliche Thema. "Dass Fluggäste in Weeze ihren Wagen abstellen und dann dort tagelang stehen lassen, ist definitiv ein bekanntes Problem", sagt Ordnungsamtsleiter Georg Koenen.

  • Nahverkehr am Niederrhein : Niersexpress: „Situation ist untragbar“

Die Möglichkeiten für die Gemeinde, darauf zu reagieren, sind allerdings nicht sonderlich groß. Am Parkplatz am Bahnhof ist eine Parkscheiben-Pflicht eingeführt worden. Denn dort hatten Fluggäste den Pendlerparkplatz regelmäßig blockiert. Jetzt dürfen Autos dort nur noch acht Stunden stehen. Seitdem ist das Problem gelöst. In einem Wohngebiet ist das keine Alternative. Denn die Parkscheibenpflicht würde auch für Anwohner gelten. Und eine Regelung, Parkplätze für Auswärtige zu sperren, gibt es nicht.

"Wenn ein Wagen zugelassen ist, darf er auf Parkplätzen ohne Zeitbegrenzung stehen", erläutert Michael Ermers von der Kreispolizei. Wo jemand herkomme, spiele beim Parken keine Rolle. Zudem könne von einem Kennzeichen nicht auf den Herkunftsort geschlossen werden. Schließlich könne inzwischen jeder, der umziehe, sein altes Kennzeichen behalten. Eine Möglichkeit, Anwohnerparkausweise auszustellen, hat die Gemeinde nicht. Das müsste über das Straßenverkehrsamt des Kreises geschehen. Aber es gelte der Grundsatz, dass es zumutbar sei, dass Anwohner zwischen 500 und 1000 Meter bis zu ihrem Haus laufen.

Dass Fluggäste sich in den Orten drumherum kostenlosen Parkraum suchen, ist kein Weezer Problem. "Diese Situation haben wir auch an anderen Flughäfen", sagt Airport-Sprecher Holger Terhorst. Die Situation sei natürlich ein Ärgernis für die Anwohner. Der Flughafen sei aber in dieser Sache in ständigem Austausch mit der Gemeinde. So war seinerzeit auch die Parkscheiben-Lösung am Bahnhof zustande gekommen. Problem ist auch, dass sich im Internet auch immer wieder Tipps für kostenlose Parkplätze rund um Flughäfen finden. Eine zeitlang war offenbar Wemb sehr beliebt. Hier war es laut Polizei sogar zu Beschädigungen an den Fahrzeugen gekommen.

(RP)
Mehr von RP ONLINE