Kevelaer: Fluchterlebnisse als Stoff für einen Roman

Kevelaer: Fluchterlebnisse als Stoff für einen Roman

Neue Perspektiven und persönliche Schicksale bietet das Erstlingswerk "Lasst Senait nicht warten - Geschichte einer Flucht" des Kevelaerer Autors Ulrich Schwarz. Das Buch erzählt die wahre Geschichte der beiden jungen Eritreer Haile und Menasse, die vor der Diktatur in ihrem Heimatland nach Deutschland fliehen. Haile muss seine Frau Senait und seinen Sohn Negasch zurücklassen, da sein sechs Monate alter Nachwuchs die Reise durch die Wüste nicht überstehen würde. Haile hofft, seine Familie nachholen zu können. Die Aktualität des Themas Familiennachzug ist in dem Buch allgegenwärtig.

Auf seiner Flucht trifft Haile immer wieder seinen Leidensgenossen Menasse. Die beiden berichten sich gegenseitig von ihren unterschiedlichen Erlebnissen und ihrem Ziel, nach Deutschland zu gelangen.

Die Absicht des Autors Ulrich Schwarz war es, den Lesern Einzelschicksale vor Auge zu führen und die Flüchtlingsthematik zu vermenschlichen. "Das sind Menschen wie du und ich, die ernstgenommen werden wollen", so Schwarz bei der Präsentation seines Buches. Der Autor und Deutschlehrer gibt seit drei Jahren Deutschkurse für Flüchtlinge in Kevelaer. Nach einigen Monaten packte ihn die Neugier, zu erfahren wie diese Menschen hierhergekommen sind. Mit Haile und Menasse, deren Namen zu ihrem Schutz geändert wurden, fand er zwei aufgeschlossene Männer, die ihm ihre Geschichte bereitwillig erzählten. Dies war vor allem zu Beginn gar nicht so einfach, da beide nur wenig Deutsch sprachen. Man verständigte sich anfangs hauptsächlich über Englisch, später klappte das Deutsche jedoch auch immer besser.

  • Kevelaer : Geschichte einer Flucht als Roman von Ulrich Schwarz

Über den Zeitraum von eineinhalb Jahren trafen sich die drei ein- bis zweimal in der Woche. Daraus entwickelte sich ein 260 Seiten langer Tatsachenroman, der laut Schwarz "ein Appell an die Mitmenschlichkeit" sein will.

Das Buch ist im TFS Verlag erschienen und ab sofort im Buchhandel oder über die Seite www.lasst-senait-nicht-warten.de für 19,90 Euro (Hardcover) bzw. 11,90 Euro (Softcover) erhältlich.

(jokr)