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Weeze: "First Class" ohne Champagner bis nach Amerika?

Weeze : "First Class" ohne Champagner bis nach Amerika?

Der Sommer ist in den Worten von Weezes Flughafenchef Ludger van Bebber "gelaufen", im Winterflugplan werden die Verbindungen ab Niederrhein wie immer deutlich reduziert.

Für Ryanair, den großen Nutzer des Airports Weeze, ist dennoch derzeit Expansion angesagt: Wie berichtet, hat die Gesellschaft 180 neue Boeing 737 800 bestellt, von denen die ersten gerade geliefert wurden. Bis Mitte 2015 werden 21 neue Maschinen ausgeliefert und auf einige Basen in Europa verteilt - Weeze ist nicht dabei.

Immerhin fliegt Ryanair täglich 186 Flughäfen an und wickelt rund 1600 Flüge ab. Ob eine der fabrikneuen Boeings mal in Weeze landen und niederrheinische Passagiere aufnehmen wird, kann van Bebber derzeit noch nicht sagen.

Debattiert wird derzeit auch wieder einmal das Thema "Transatlantikflüge" - seit Jahren bringt Ryanair-Chef O' Leary immer mal wieder Überseeflüge seiner Gesellschaft ins Gespräch. Vertraut man einschlägigen Magazinen, wird das Vorhaben konkreter. An "Zehn-Euro-Tickets" nach Amerika glaubt dabei wohl niemand so recht, der günstigste Anbieter will Ryanair aber in jedem Fall sein, wenn es mal dazu kommt. Ludger van Bebber hält für das Hauptproblem bei der Sache, dass für die Langstrecke geeignete Flugzeuge auf dem Markt derzeit "zu vernünftigen Preisen" nicht zu bekommen sind.

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Der "Dreamliner" von Boeing oder der Airbus A 350 stellen dabei nach seinen Darstellungen gar nicht so hohe Ansprüche an die Airports. "Von der Infrastruktur her sind wir ja nicht gerade knapp aufgestellt." Vermutlich müsste die Landebahn ausgebaut werden und würde auch eine neue Genehmigung nötig. "Aber das ginge sicherlich schneller als beim letzten Mal", sagt der Geschäftsführer und erinnert indirekt an die Klagen, die den Betrieb jahrelang gestört hatten.

Nachdem die Iren ihren Service verbessert haben (zusätzliches Handgepäck, feste Sitzplätze), kommt jetzt auch das Thema "Business Class" auf. Mehr Beinfreiheit in einigen Sitzreihen und Umbuchen bis zum Abflugtag soll es geben, dazu dürfen "Business plus"-Gäste 20 Kilo Handgepäck mitnehmen. Von einer warmen Mahlzeit oder Champagner ist aber keine Rede. Ab 70 Euro sollen die Tickets, die sich vorwiegend an Geschäftsreisende wenden, zu haben sein.

(nik)