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Feuerwehr übt am Gradierwerk in Kevelaer

Tourismus in Kevelaer : Feuerwehr übt am Gradierwerk

Was ist, wenn jemand am Gradierwerk zündelt? Für den Fall trainierte die Feuerwehr. Ab Mittwoch soll endlich Sole durch den Reisig rieseln.

Es war eine Anfrage, die im ersten Moment überraschte: „Wie ist man darauf vorbereitet, wenn jemand auf die Idee kommen sollte, das Gradierwerk anzuzünden“, fragte Ulrich Hünerbein-Ahlers von den Grünen im jüngsten Hauptausschuss der Stadt Kevelaer. Die Anlage sei schließlich komplett aus Holz, zudem könne der Schwarzdorn Unbekannte geradezu reizen, zu zündeln.  Er erinnerte daran, dass vor Kurzem erst Vandalen im angrenzenden Hotelrohbau ihr Unwesen getrieben und ein Bild der Verwüstung hinterlassen hatten.

Die Feuerwehr leitete von oben Wasser in den Schwarzdorn. Foto: Stadt Kevelaer

Von der Verwaltung gab es in der Sitzung den Hinweis, dass man gemeinsam mit der Feuerwehr die Sache prüfen werde. Kaum eine Woche später trainierte die Feuerwehr bereits den Ernstfall am Gradierwerk. Denn die Zeit drängte. Da Süßwasser für den Reisig nicht ideal ist, musste geübt werden, bevor die Anlage in Betrieb geht. „Wir wollten aber auf jeden Fall einmal Wasser durch den Schwarzdorn leiten, um zu sehen, wie das Gehölz reagiert“, berichtet Wehrleiter Georg Metzelaers.

Über die Treppe in der Holzkonstruktion stiegen die Feuerwehrleute am Wochenende bis zum Wandelgang unter dem Dach. Die Drehleiter hievte die Schläuche nach oben, durch die dann Wasser ins Gradierwerk gepumpt wurde. „Es hat super funktioniert, die Anlage war auf diese Weise quasi zum ersten Mal in Betrieb“, sagt Metzelaers. Das Süßwasser rieselte genauso nach unten wie es später mit der Sole passieren soll. Man könne schließlich nicht mit vollem Strahl in den Reisig spritzen, das würde zu großen Schäden führen.

Am Mittwoch beginnt der echte Testbetrieb. Die Solequelle wird angeschlossen und dann soll das besondere Salzwasser durch die Konstruktion zirkulieren, so Günter Nass, der das Projekt im Auftrag der Stadt betreut. Im Laufe der Zeit lagert sich dadurch Salz auf dem Schwarzdorn und der Holzkonstruktion ab. Die Anlage wird dadurch gewissermaßen konserviert und wetterfest. Süßwasser wäre „Gift“, weil das Material dann zu faulen beginne.

Ab Mittwoch können die Besucher bei günstigem Wind dann vielleicht schon mal den ersten Hauch der frischen Seebrise spüren, die für Gradierwerke typisch sind. Die Anlage bleibt allerdings erst einmal noch für den Publikumsbetrieb gesperrt, weil dort weiter gearbeitet wird. Als nächstes wird ein Gerüst für die Arbeiten an der Dachabdichtung aufgestellt. Außerdem müssen die Wege für die Parkanlage angelegt werden. Der Auftrag für den Park soll in dieser Woche erteilt werden.

 Die offizielle Eröffnung der Anlage wird allerdings noch etwas dauern. Die soll erst erfolgen, wenn das Empfangsgebäude für den Solegarten St. Jakob auf der Hüls auch fertiggestellt ist.