Kevelaer: Fast alle wollen die OW 1

Kevelaer: Fast alle wollen die OW 1

Außer den Grünen, die die OW 1 aus Umweltgründen ablehnen, sind alle Parteien für einen raschen Bau der Umgehungsstraße von Winnekendonk zum Industriegebiet Süd. Unterschriftenaktionen beginnen.

So ganz kann und möchte die Kevelaerer CDU das Thema nicht aus dem Landtagswahlkampf heraushalten. Schließlich gibt es zumindest einen politischen Gegner, der auch in dieser Frage etwas anderes möchte als die Konservativen: Kevelaers Grüne lehnen die OW 1 ab. Ihre Begründung: Die OW 1 würde eine Menge Fläche verbrauchen und in die Landschaft eingreifen.

Vorteile überwiegen

Für die meisten Betroffenen stehen aber die Vorteile im Vordergrund. Hansgerd Kronenberg, CDU-Fraktionschef und Ortsvorsteher von Winnekendonk, benennt sie: "In Winnekendonk ist zu beobachten, dass der Lkw-Verkehr ständig zunimmt. Morgens ab 4.30 Uhr brummen die Sattelzüge durchs Dorf, das geht so bis etwa halb acht, danach wird's etwas ruhiger. Am Nachmittag das gleiche Spiel umgekehrt — von etwa 16 Uhr bis zum späten Abend." Neben der Lärmbelastung und der Gefährdung der Fußgänger, die Winnekendonks Durchgangsstraße überqueren müssen, seien auch die Wartezeiten an der Kreuzung der L 491 und der L 361 ein Problem.

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Wie stark eine weitere Kreuzung belastet ist, bekommen nicht nur Winnekendonker und Kevelaerer, sondern auch Auswärtige mit, die auf der B 9 zwischen Kleve und Geldern pendeln: An der B 9 / Ecke Rheinstraße staut sich der Verkehr oft bis Schravelen. Menschen, die etwa von der Autobahnabfahrt Sonsbeck kommen, stehen bis zu 15 Minuten in der Schlange. Ein Riesenproblem auch für Unternehmen, wie Wirtschaftsförderin RuthKeuken in der RP noch vor wenigen Tagen äußerte — Zeit ist für Spediteure Geld. Auch CDU-Pressesprecher Hubert van Meegen betont, um weitere Firmen für eine Ansiedlung im Industriegebiet Süd zu interessieren, müsse die Anbindung besser werden. Kevelaer warte seit 40 Jahren darauf.

Kronenberg weiß, dass die OW1 ein für ganz Kevelaer wichtiges Thema ist. "Die CDU hat es jetzt aufgenommen, aber es ist eine Gemeinschaftsaufgabe." Heinz Ermers, Vorsitzender der Kevelaerer SPD, findet es gut, dass CDU-Chef Thomas Selders sich in Hinblick auf die Unterschriftenlisten kooperativ gezeigt hat: "Die werden ohne CDU-Werbung gedruckt, so dass wir keine Bedenken haben müssen, sie unseren Leuten vorzulegen." Wie berichtet, wird die CDU am 3. und am 17. April am Roermonder Platz Info-Stände zum Thema aufbauen. Zudem ist Aufklärung im Internet zu finden (www.cdu-kevelaer.de/aktuelles).

Am 18. April will Thomas Selders nach Düsseldorf fahren und die Listen bei der Bezirksregierung abgeben. Dann erwarten alle Betroffenen, dass die Sache zügig geplant wird. Und das Land auch Geld gibt. Ein Grund mehr für Kevelaers CDU, zu hoffen, dass die Grünen in der nächsten Landesregierung keine Roll spielen.

(RP)