Falle für Eichenprozessionsspinner auch in Weeze

Kampf gegen Schädling : Auch Weeze will die Raupenfalle

Die Erfindung eines Unternehmers ist zum Selbstläufer geworden. Kevelaer will die neuartige Falle testen. Auch Weeze ist darauf aufmerksam geworden. Die Gemeinde will sie vielleicht auch rund um Parookaville eingesetzen.

Mit der Resonanz hatte Ingo Bross nicht gerechent. Dem Reeser, der eine Falle für den Eichenprozessionsspinner, konstruiert hat, rennen Kommunen, Privatleute und Behörden derzeit die Bude ein. Nachdem zunächst Kevelaer als eine der ersten Kommunen Interesse zeigte, ziehen immer mehr nach. Die Stadt Emmerich will die Fallen einsetzen. Auch Rees hat schon angefragt. Zahlreiche Kommunen haben den Tüftler bereits kontaktiert. RWZ Warenzentrale will die Falle jetzt flächendeckend in ihren Läden anbieten. Und inzwischen sind auch Niederländer mit im Boot. „Denn auch jenseits der Grenze ist der Eichenprozessionsspinner ein großes Thema“, sagt Bross. 12.000 Fallen hat er bislang anfertigen lassen. Er kommt bei der Nachfrage kaum nach und hatte daher bereits Kontakt zu den Werkstätten der Lebenshilfe aufgenommen. Doch aus der Zusammenarbeit sei nichts geworden. Statt dessen kooperiert er jetzt mit der Einrichtung Haus Freudenberg.

100.000 Fallen sollen im kommenden Jahr ausgeliefert werden. Die Firma von Bross wächst und wächst. Aktuell hat er bereits fünf Mitarbeiter im Lager, 13 weitere im Vertrieb. Im Oktober sollen zehn weitere Vertriebsmitarbeiter hinzukommen, darunter sei auch jemand von der Bundeswehr, so der Reeser. Auch die Behörde Straßen-NRW habe Interesse signalisiert. Schließlich wendet die Behörde viel Geld auf, um die Tiere von den Bäumen an der Straße zu holen. Doch das Spritzen sei bei weitem nicht so effektiv und vor allem nicht so umweltfreundlich wie seine Falle, meint Bross.

Ingo Bross mit seiner Falle. Der Eichenprozessionsspinner wird in der Folie gefangen. Foto: Latzel

Mit dem Boom, den er damit ausgelöst hat, hat er nie gerechnet. Kevelaer gehörte zu den ersten Kommunen, die sich für die Sache interessierten. Gerade erst gab es wieder eine Besprechung mit dem Ordnungsamt. „Wir haben mit Ludger Holla besprochen, dass wir die Fallen im kommenden Jahr ausprobieren wollen“, sagt Stadtgärtner Johannes Baaken. Vorgesehen ist, die Fallen in geschützten Bereichen einzusetzen, in denen es oft Probleme mit der Raupe gab. Baaken denkt da ans Schulzentrum, die Sportanlage in Twisteden oder den Sportplatz Scholten. Kevelaer will sich aber nicht allein auf die Fallen verlassen. „Wir werden auch die Nistkastenvariante ausprobieren“, sagt Baaken. Auf diese Weise sollen Vögel angelockt werden, die den Spinner dann als Delikatesse entdecken. „Es kann aber auch sein, dass wir auch 2020 wieder absaugen, wenn die Plage überhand nimmt“, sagt Baaken. Im kommenden Jahr sollen Erfahrungen gesammelt und dann entschieden werden, wie die Stadt am besten gegen die Plage vorgeht.

Und auch die Nachbarkommune Weeze ist auf die Falle aufmerksam geworden. „Wir sind schon lange auf der Suche nach Alternativen, denn wir setzen keine chemischen Mittel zur Bekämpfung ein“, sagt Georg Koenen vom Ordnungsamt. Bislang rückt Weeze den Plagegeistern mit Saugern und Abflämmgeräten zu Leibe. „Die Falle wäre da eine gute Ergänzung“, sagt Koenen.

Wie berichtet, hatte es auch vor dem Parookaville-Festival Warnungen vor dem Eichenprozessionsspinner gegeben. Mit Schildern waren die Fans gewarnt worden. Gemeinde, Veranstalter und StraßenNRW hatten die Raupe bekämpft. Es sei durchaus denkbar, dass die Gemeinde im kommenden Jahr an den kommunalen Flächen am Festivalgelände auch die Falle einsetze, so Koenen.

Die Parookaville-Veranstalter stehen auch hier in engem Kontakt mit der Gemeinde und wollen die Erfahrungen mit der Falle abwarten. „Grundsätzlich ist alles zu begrüßen, was die Gefahr durch die Raupe für unsere Besucher eindämmt“, so Philip Christmann vom Parookaville-Presseteam. Auch die Maßnahmen in diesem Jahr hätten schon Erfolg gehabt. Kein Besucher habe sich wegen allergischer Reaktionen nach Kontakt mit der Raupe behandeln lassen müssen.

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